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GEO Magazin Nr. 10/05 Seite 1 von 2
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Klima: Turbolader aus dem Meer

Wie winzige Wassertröpfchen dazu beitragen, dass Hurrikane auf See dramatisch an Geschwindigkeit zulegen


Zerstörerische Schönheit: ein Hurrikan über dem Atlantik (Foto von: NASA)
© NASA
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Zerstörerische Schönheit: ein Hurrikan über dem Atlantik

Die Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme hat in den letzten drei Jahrzehnten stark zugenommen. Eine Folge der globalen Erwärmung, wie die meisten Forscher vermuten. Jetzt haben drei Mathematiker einen Faktor ausfindig gemacht, der nach ihren Berechnungen Hurrikane erst richtig auf Touren bringt: die Gischt. Normalerweise bremst das Meer Stürme ab, wenn die Luft an der Wasseroberfläche verwirbelt wird. Diese Turbulenzen werden allerdings durch die Gischt verringert. Stürme können nun wie geschmiert über das Wasser fegen, harmlose Winde kaum gebremst auf Hurrikantempo beschleunigen.


Die Gischt - Milliarden Tröpfchen aus einem Gemisch aus Luft und aufgewirbeltem Wasser - erscheint in den Gleichungen der Mathematiker Alexandre Chorin, Grigory Barenblatt und Valerij Prostokischin als inhomogene Schicht. Dieser Luft-Wasser-Mix schiebt sich zwischen die sonst direkt aufeinander treffenden homogenen Schichten Luft und Meerwasser: eine Sandwich-Struktur.

Wenn die Turbulenz-Bremse fehlt In diesem Dreischichtsystem, vermuten die Wissenschaftler von der University of Berkeley in Kalifornien und vom Schirschow-Institut für Ozeanologie in Moskau, müssen daher andere Turbulenz-Verhältnisse herrschen als in dem homogenen Zweischichtsystem. Unter Turbulenz verstehen Physiker den hochgradig ungeordneten Zustand in strömenden Flüssigkeiten oder Gasen, in dem die Hauptströmung durch Wirbel vielfach überlagert und beeinflusst wird. Und genau dieses Chaos drosselt das Tempo. "Ohne Turbulenz", sagt Chorin, "würde der Mississippi mit Überschall-Geschwindigkeit ins Meer schießen." Denn Turbulenzen bremsen die Strömungsgeschwindigkeit.



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