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Tierrechte: "Wir dürfen Tiere nicht töten, nur weil sie uns schmecken"

Was wir mit Tieren tun, ist moralisch nicht zu rechtfertigen, sagt die Journalistin und Tierrechtlerin Hilal Sezgin. Und plädiert mit ihrem Buch "Artgerecht ist nur die Freiheit" für eine neue Tierethik

Interview:

GEO.de: Frau Sezgin, Sie waren nicht schon immer Veganerin und Tierrechtlerin. Wie sind Sie zu dieser Haltung gekommen?
Hilal Sezgin: Ich behandle in meinem Buch Fragen, die mich seit meiner Kindheit beschäftigen. Als ich zwölf war, habe ich einmal Kühe gezeichnet, einen ganzen Nachmittag lang. Nachdem ich sie stundenlang beobachtet hatte, war mir klar: Die kannst du nicht essen. Im Studium habe ich mich mit philosophischer Tierethik beschäftigt. Zur Veganerin wurde ich, als ich in die Lüneburger Heide zog und anfing, mit Schafen zu leben und sie zu beobachten. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Hier sah ich auch zum ersten Mal Milchbetriebe und verstand, dass das Kalb für die Milchproduktion systematisch von der Mutter getrennt wird. Die Mutter schrie, und das Kalb stand weit weg allein in einer Plastikbox. Das fand ich barbarisch.


Hilal Sezgin betreibt in der Lüneburger Heide einen kleinen Gnadenhof mit Schafen, Ziegen, Gänsen und Hühnern (Foto von: Ilona Habben)
© Ilona Habben
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Hilal Sezgin betreibt in der Lüneburger Heide einen kleinen Gnadenhof mit Schafen, Ziegen, Gänsen und Hühnern

Ihre These ist, kurz gesagt, dass wir Tiere nicht nutzen und schon gar nicht töten dürfen, um sie zu essen. Das mag manchen Lesern radikal erscheinen ...
Zugegeben, was ich fordere, weicht stark ab vom gesellschaftlichen Konsens. In dem Sinne ist es radikal. Aber es ist nicht verrückt. Wenn man einen Schritt zurücktritt und Tiere genauer beobachtet, ist es plausibel. Niemand würde zum Beispiel leugnen, dass Kühe Mutterliebe empfinden. Oder dass ein Kalb seine Mutter braucht. Zu fordern, dass man die beiden nicht trennt, ist doch eigentlich nichts Radikales.

Worauf verzichten Sie als Veganerin schweren Herzens?
Ich habe mich stufenweise an die vegane Lebensweise herangetastet. Begonnen habe ich nicht mit dem Weglassen von Dingen, sondern mit dem Dazulernen von veganen Kochrezepten. Dadurch hatte ich einen sanften Übergang. Heikel waren Joghurt und Schokolade. Ich liebe beides, und davon gute vegane Varianten zu finden, war nicht leicht.


Hilal Sezgin <br />
<a href="http://www.chbeck.de/Sezgin-Artgerecht-Freiheit/productview.aspx?product=13040850
" target="_blank" rel="nofollow"><strong>Artgerecht ist nur die Freiheit</strong></a><br />
Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen<br />
C.H. Beck Verlag,  2014<br />
301 Seiten, 16,95 Euro (Foto von: )
Hilal Sezgin
Artgerecht ist nur die Freiheit
Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen
C.H. Beck Verlag, 2014
301 Seiten, 16,95 Euro

Waren Sie mal überrascht über unverdächtige Produkte, in denen tierische Bestandteile enthalten waren?
Mehrere. Zum Beispiel Chips mit Aromen von Wild oder Fisch, die auf der Packung aber nicht ausgewiesen sind. Weil ich zu faul bin, mir zu merken, was wo drin ist, esse ich überhaupt keine Chips mehr. Oder Champignons. Die Pilze werden meist auf Hühnermist angebaut. Und weil der Mist ein Abfallprodukt der Fleischproduktion ist, sind die Pilze für mich nicht mehr wirklich vegan. Ich kaufe nur noch Champignons von einer Firma, die auf Buchenholzspänen anbaut.

Klingt ganz schön kompliziert ...
Ich glaube, man kann nur graduell vegan leben. Wir leben in einer Gesellschaft, in der für alles Mögliche Tiere verwendet werden, und sei es, um Medikamente zu testen oder zu produzieren. Ich kann auch nicht ausschließen, dass ich mit meinem Auto Tiere überfahre. Jeder muss für sich entscheiden, wie weit er oder sie sich auf diese Lebensweise einlässt. Es sollte nicht zu einer Obsession werden.

Sie meinen, wir sollten keine tierischen Produkte mehr nutzen. Kann das funktionieren?
Ich bin für eine Landwirtschaft, die rein pflanzlich arbeitet. Der Agrar- und Ernährungswissenschaftler Toni Meier rechnet in seinem Buch "Umweltschutz mit Messer und Gabel" vor, dass wir in Deutschland mit unseren vorhandenen Ackerflächen die doppelte Einwohnerzahl ernähren könnten - rein pflanzlich und ohne Pestizide. Dazu müssten wir nicht einmal jeden ungenutzten Fleck in Nutzland verwandeln. Je nach Tierart werden sieben bis 15 pflanzliche Kalorien benötigt – auch von Gen-Soja aus Brasilien -, um eine tierische Kalorie zu erzeugen. Dass eine vegane Landwirtschaft funktioniert, kann man sich leicht ausrechnen.

Viele Menschen sehnen sich heute nach einer tierfreundlicheren Landwirtschaft. Und protestieren auch dafür. Greift dieser Protest aus Ihrer Sicht zu kurz?
Ich denke pragmatisch. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Reformen sind auf jeden Fall wichtig - um den Tieren schon heute etwas Leid zu ersparen. Wenn einem Tier nicht betäubungslos der Schwanz abgeschnitten wird, wenn es nicht betäubungslos kastriert wird, dann ist das ein kleiner Fortschritt. Von einer tierfreundlichen Tierhaltung würde ich darum noch nicht sprechen. Ich sage ungern, bio sei "besser", ich sage lieber "ein bisschen weniger schlimm". Denn die Unterschiede zwischen konventioneller und Bio-Haltung sind sehr gering. Da bekommt das Tier ein paar Quadratzentimeter mehr Platz und ab und zu eine Handvoll Stroh. Das ist immer noch ein furchtbares Leben.

Sie wollen also einen größeren Wurf ...
Es muss Menschen geben, die an den kleinen Reformen arbeiten. Aber man muss sich ab und zu auch fragen: Was ist die größere Vision? Erstens: Wir dürfen Tiere nicht einfach töten, nur weil sie uns schmecken. Für uns Bewohner der Industrieländer sind die Zeiten vorbei, in denen wir auf Fleisch angewiesen waren. Zweitens: Wir dürfen ihnen nicht die Kinder wegnehmen. Das gehört zum Grausamsten, was wir ihnen antun können. Drittens: Wir dürfen Tiere nicht einsperren, es ihnen unmöglich machen, ihr Leben voll zu leben. Ein Schwein, das sein Futter in den Trog bekommt, hat längst nicht alles, was es braucht. Das Schwein will selber Futter suchen, es will herumlaufen, es will erforschen, es will die Erde umpflügen. Ich sehe nicht, dass es eine wesentlich bessere Tierhaltung geben könnte, die technisch und ökonomisch realisierbar wäre und diese drei Forderungen berücksichtigt. Wer will denn hinter der Kuh herlaufen, um ihr pro Tag zehn Milliliter Milch abzunehmen? Denn den Rest würde das Kalb trinken. Das ist vollkommen unrealistisch.

Wird Ihnen manchmal vorgeworfen, Sie hätten als Journalistin von der Nutztierhaltung keine Ahnung, eine solche Moral könne man sich nur am Schreibtisch leisten?
Das ist mir zum Glück noch nie passiert. Bei allem Respekt, ich bin zwar weder Landwirtin noch Wissenschaftlerin, aber ich kenne mich ganz gut aus. Ich lasse alle Texte von veterinärmedizinischen Professoren gegenlesen, oder auch von promovierten Biologen, von Agrarwissenschaftlern, je nachdem, um was es geht. Es ist ja auch eine schöne journalistische Herausforderung, sich in solche Themen einzuarbeiten. Schweine zum Beispiel haben mich schon immer fasziniert. Aber erst vor anderthalb Jahren habe ich mich in das Thema reingefuchst. Ich wollte wissen, wie dieses ekelhafte System funktioniert.

Der israelische Schriftsteller Amos Oz beschreibt in einer Erzählung den Umgang mit Hühnern in einem Kibbuz. Er lässt den Erzähler kommentieren: "Eines Tages wird es auf der Welt eine Generation von Menschen geben, die uns zu Mördern erklären werden." ...
Wir schauen auf frühere Generationen, die sich auch schon für gute Menschen hielten, und fragen uns, wie sie tun konnten, was sie getan haben. Wenn es mit der Menschheit und dem moralischen Fortschritt weitergeht, wird uns dasselbe passieren. Davor sind übrigens auch wir Veganer nicht sicher. Wir alle sind ja nicht an irgendeinem Endpunkt der moralischen Entwicklung angekommen.

Die Debatte über Tierethik findet vor allem in den westlichen Industrienationen statt. Ist moralisches Verhalten gegenüber Tieren etwas für Wohlhabende?
Auf jeden Fall ist Tierethik ein Thema in Gesellschaften, die in ihrer industriellen Entwicklung so weit fortgeschritten sind, dass die Menschen das Leid, das diese Industrialisierung hervorruft, absehen können. Dort, wo die jetzige Subsistenzwirtschaft gerade erst durch westliche multinationale Konzerne zerstört wird, sieht das anders aus. Aber die Idee, dass Tiere moralisch berücksichtigt werden müssen, ist sehr alt. Und die westlichen Industrienationen haben darauf kein Monopol. In Brasilien haben Tierbefreier neulich ein Labor gestürmt und 300 Hunde rausgeholt. In China wurden vor kurzem 3000 Katzen befreit, die geschlachtet werden sollten. Wir in Europa haben es dagegen noch nie geschafft, auch nur einen einzigen Schlachttransport zu stoppen, die Tiere aufzukaufen und unterzubringen.

Was Sie fordern, klingt angesichts des rasant wachsenden Fleischkonsums in den Schwellenländern atemberaubend unrealistisch. Was macht Ihnen eigentlich Mut?
Ich schreibe immer wieder über das Thema Islamfeindlichkeit. Einmal saß ich mit dem Rassismusforscher Wilhelm Heitmeyer in einer Diskussionsrunde. Er sagte, er habe Sorge, dass sich die islamfeindlichen Vorurteile in unserer Gesellschaft verstärken, dass sie irgendwann zur Normalität werden. Denn was normal ist, bekommt man nicht mehr in den Fokus der politischen Debatte. Da wurde mir klar, was wir Tierrechtler und Veganer in den vergangenen Jahren geschafft haben: Es ist nicht mehr "normal", wie wir mit Tieren in der Landwirtschaft umgehen. Die Frage, ob wir Tiere nutzen und essen dürfen, steht jetzt im Raum. Das macht mir Mut.



Mehr zu den Themen: Tierrechte, Tierschutz, Landwirtschaft, Vegan

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Kommentare zu ""Wir dürfen Tiere nicht töten, nur weil sie uns schmecken""

Antonietta | 11.02.2014 09:42

"Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen.
Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.
Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen.
Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten.
Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie ausbeuten."
Die Tiere brauchen Ihre Hilfe! Beitrag melden!

Andrea | 09.02.2014 19:50

Herr Schuh,
Sie haben die Fliegen an der Windschutzscheibe vergessen. Ihre sogenannten Argumente sind sehr hohl. Eigentlich ist mir meine Zeit zu schade, mit Leuten wir Ihnen zu diskutieren, und ja ich bin Frau und ja ich habe keine Kinder, aber ob Sie es sich vorstellen können oder nicht, ich hebe auch einen felllosen Regenwurm von der Straße in die Wiese. Beitrag melden!

Markus | 09.02.2014 11:54

Irre ich mich oder wird hier für einige ein geradezu religiöses Thema angeschnitten?
Selbstverständlich sollte keine Kreatur unnötig leiden. Selbstverständlich sollten die Lebensbedingungen für eine Kreatur angemessen sein. Selbstverständlich sollten bedrohte Lebenswelten geschützt werden, wenn der Mensch Exzesse auslebt. Selbstverständlich dürfen Sie Vegan leben, wenn Sie wollen.
Vielleicht bin ich zu sehr Biochemiker, wenn ich sage, dass die Leidfähigkeit für mich nicht auf ein zentrales Nervensystem festgelegt werden kann. Mir liegen auch nicht Bakterien oder Pflanzen besonders am Herzen, der ökologische Fußabdruck war mir in diesem Moment auch einerlei, ich wollte damit lediglich deutlich machen, dass es für mich keinen großen Unterschied macht. Deswegen ‚Andre‘, es tut mir leid, „Nein, es ist nicht für mich nicht offensichtlich.“ Es mag auch sein, dass meine Kompetenz begrenzt ist, aber Fakten schafft man nicht in dem man lediglich formuliert, das der Andere unrecht hat.
Wenn ich sage, dass ich ein Räuber bin, dann war das lediglich evolutionär gemeint und ich gebe zu, dass ich das hätte deutlicher darstellen müssen.
Vielleicht einmal anders formuliert: Ich sehe den Menschen nach wie vor als der Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten. Überleben tut der, der sich am besten anpasst bzw. anpassen kann. In der Vergangenheit haben Fleisch und Pflanzen zu unserem Weg dazugehört. Das machte uns auch flexibler und leistungsfähiger auf dem Weg des Lebens im Vergleich zu den reinen Pfanzen- und Fleischfressern.
Lebe ich nun in einem Kulturkreis der mir einer vegane Lebensweise erlaubt: Sei es drum, schön. Aber was macht der in einem extremen Lebensraum lebt(e)? Der Mensch weicht bzw. wich hinsichtlich der Nahrung aus. Ich denke, dass man das so formulieren kann, auch wenn es sicherlich stark vereinfacht ist.
Ich möchte noch einmal betonen: Wer es sich leisten kann, kann/darf/soll vegan leben. Aber ein allgemeines, universelles Lebensprinzip kann es nicht sein, meiner Meinung nach. ... und in mir persönlich steckt einfach zu viel Räuber drin.... ;-)
Beitrag melden!

Mischköstler | 08.02.2014 14:16

In Indien ist es leicht als Vegetarier zu reisen, aber nicht als Veganer. Im Rest der Welt ist es unmöglich, ausser man nutzt den Tag ausschliesslich zur Essensbeschaffung, wie Pferde oder Rinder. Beitrag melden!

Andre | 07.02.2014 22:29

Hallo Markus.
Ausschlaggebend ist die Leidfähigkeit. Dies sollte offensichtlich sein. Sofern Ihnen Pflanzen oder Bakterien usw. ebenfalls am Herzen liegen, rate ich dir erstrecht vom Konsum von Fleisch abzusehen. Einen größeren ökologischen Fußabdruck (inkl. Pflanzen usw.) kannst du nicht hinterlassen.
Ich empfehle Ihnen auch, sich besser mit der Biologie des Menschen zu befassen. Hier verweise ich besonders auf das Verdauungssystem. Was Sie hier evolutionstheoretisch zum Besten geben, ist schlichtweg an den Haaren herbeigezogen.
Ihr Ausführungen zu einer - wie auch immer - gearteten Natürlichkeit lassen mich erschaudern. Wenn Sie dem folgen würden, was Sie sind, dann frag ich mich, warum sie ihr Fleisch garen oder Milch einer anderen Spezies zu sich nehmen. Wieviel Natürlichkeit generell in unserem Leben erhalten ist, ist fraglich. Wie soll Natürlichkeit ein ARgument sein?
Zusammenfassend entspricht die Argumentation dem, was man überall liest. Eine Argumentation der es schlichtweg an nahezu allem fehlt.
Insofern ... bei allem Respekt ... Wenn Sie von Fakten reden, dann bringen Sie auch welche. Beitrag melden!

Biobauer | 07.02.2014 21:37

Die Aussage der Unterschied zwischen Bio und konventionell sei bezogen auf die Tierhaltung gering, ist absolut zynisch! Es mag schwarze Schafe bei Bio geben. Aber es gibt sie, die Biokühe auf der Weide, mit Hörnern dran und sogar einige Höfe, welche die Kälber bei ihren Müttern lassen und trotzdem erfolgreich melken. Damit Kühe in verdreckten Ställen ein Leben lang angekettet zu vergleichen zeigt wie wenig Ahnung die Autorin letztlich von realer Landwirtschaft hat. Wenn bioveganer Landbau problemlos funktioniert, warum macht es fast keiner? Es gäbe genug Veganer als treue Kunden! Beitrag melden!

Christina | 07.02.2014 16:05

Ich finde dieses Argument der Mensch ist ein Jäger (oder wie bei Markus unten, ein Räuber) interessant. Wer bitteschön geht denn für ein Steak oder eine Bratwurst jagen? Der Gang in den Supermarkt zählt mit Sicherheit nicht dazu. Wer würde das erlegte Tier, ausbluten, weiden und in seine Einzelteile zerlegen? Das gehört alles dazu. Nur weil das früher einmal überlebenswichtig war, ist es das heute nicht mehr.
Aber jeder der sich für einen Jäger hält, der geht doch bitte vor dem nächsten Grillabend in den Wald und geht "seiner Natur" nach! Beitrag melden!

Veronika | 07.02.2014 12:12

Lieber Herr Schuh,
ok, wir gründen eine Lobby für Pflanzen ! Dann könnte man über Nacht die Massenviehhaltung abschaffen, denn die Fressen den Großteil der armen bedauernswerten Pflanzen. Juhu !

Tolles Interview, danke ! Beitrag melden!

Markus | 07.02.2014 12:04

Bei allem Respekt...
Das zentrale Nervensystem ist also gewissermaßen entscheidend darüber wann man etwas töten darf oder eben nicht?!
Redet man von der Faszination „Leben“, dann ist eine Bakterie nicht unbedingt weniger als ein sog. höheres Lebewesen. Das ist Fakt und Dilemma zugleich.
Wir sind ein Produkt der Evolution und als solches nun einmal ein Räuber, der gewissermaßen alles essen kann. Auch das ist Fakt.
Aus einem, von diversen ethischen Standpunkten heraus, können wir es nun anstreben uns aus der Natürlichkeit Räuber zu sein herauszuheben. Das erscheint mir künstlich und unterstreicht andererseits das besondere des Menschen, denn offensichtlich gibt es kein vergleichbares biologisches System auf diesem Planeten welches ein ähnliches Ziel verfolgt. Aber das nur nebenbei.
Wenn ich also meine Biologie betrachte erscheint es mir somit sinnvoller dem zu folgen was ich bin und gerne ab und zu dem was ich sein theoretisch könnte. Hüten sollte man sich vor dem Gedanken dann etwas Besseres zu sein.
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Gerhard Zein | 07.02.2014 11:38

Tolles Interview. Wir können wirklich so viel Leiden vermeiden, wenn wir denn wollen. Eigentlich hält uns nur die Bequemheit davon ab, sie bringt uns sogar dazu unser Fleisch essen zu verteidigen. Ich werde mir jetzt wirklich mal ein veganes Kochbuch kaufen... Beitrag melden!

Yvonne | 07.02.2014 11:02

Herr Schuh,
leider nicht zuende gedacht....
Wer ist denn die moralische Instanz, wenn der Wolf das Hirschkalb zerfleischt? Etwa der Mensch? Die Krone der Schöpfung? Hat der Mensch deshalb in Deutschland den Wolf damals ausgerottet? Fakt ist: der Wolf jagd, um zu überleben, der Mensch braucht zum Überleben weder die Jagd noch die Massentierhaltung. Im Gegenteil! Möchte der Mensch auf dieser einen Erde überleben, sollte er die unnatürliche Fleisch- und Milchproduktion schnellstmöglich überdenken, bzw. abschaffen! Die Hintergrundinformationen dazu sind hinlänglich bekannt und für jedermann zugänglich!
Ja, biologisch betrachtet wollen auch Pflanzen ihr Überleben sichern, indem sie sich schützen und fortpflanzen! Aber es gibt einen entscheidenen Unterschied: Sie besitzen im Gegensatz zu Menschen UND Tieren kein zentrales Nervensystem! Tiere hingegen sind fühlende und leidende Lebewesen, die umfassendere Bedürfnisse haben als Pflanzen. Und in unserem System der Ausbeutung können sie noch nicht einmal das Bedürfnis nach Sonne und Licht befriediegen.
Würden Sie sich einmal die Mühe machen, Tiere genauer zu betrachten, wären sie sicherlch erstaunt. Und lassen Sie bei Ihrer Betrachtung bitte die alte "Gewohnheitsbrille" ab und versuchen Sie einmal, NEU kennenzulernen!
Zum Glück gibt es in der Tierrechtsbewegung nicht nur kinderlose Frauen, die von Typen wie Ihnen dafür herhalten müssen, eigenes Fehlverhalten zu legitimieren. Solche Sprüche kommen immer dann, wenn auf sachliche Argumente kein venünftiges mehr einfällt....,tja schade eigentlich!
Mir zeigen diese typischen Abwehrreaktionen vor allen Dingen eins: dass diese Mensche tief in ihrem Herzen wissen, dass sie Unrecht tun! Beitrag melden!

Friederike Schmitz | 07.02.2014 10:34

Hallo Herr Schuh,
ich finde es richtig unverschämt, dass Sie meinen, die von Hilal Sezgin vertrene These sei "nicht zu Ende gedacht", nur weil Ihnen persönlich nicht ad hoc einfällt, wie man mit den von Ihnen genannten Fragen und Schwierigkeiten umgehen könnte. Hilal Sezgin hat ein Buch zu dem Thema geschrieben, das Sie natürlich nicht gelesen haben; es gibt zu all Ihren Fragen darin und in der gesamten Tierethik-Debatte gut begründete Antworten. Ob Sie die dann überzeugend finden oder nicht, ist ein anderes Thema, aber denken Sie doch bitteschön nicht, hier hätte jemand halt einfach mal ne "interessante These" rausgehauen, ohne darüber nachzudenken. Beitrag melden!

Eva | 07.02.2014 00:42

Herr Schuh
Ein einfacher Test: Geben Sie einem Kleinkind einen Apfel und ein Meerschweinchen ins Gitterbett - wenn es das Meerschweinchen isst und mit dem Apfel spielt, dann haben Sie recht!
Tiere, die Fleisch essen jagen entweder (und zwar nicht mit Waffen, sondern, sie sind dafür ausgelegt), oder sie fressen Kadaver. Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass Sie weder das Eine noch das Andere tun. Und wenn der Mensch schon so übergeordnet sein will, dass er sich der Tiere bedient und sie ausbeutet, dann müsste er im Grunde auch Hirn genug haben, die Folgen wie Welthunger durch Futteranbau in Drittweltländer, Treibhausgase, eigene gesundheitliche Risiken, die mit dem Konsum tierischer Produkte einher gehen und schlicht und einfach Empathie in die Waagschale legen zu können. Bedienen Sie sich meinetwegen ihrem Schiessgewehr, wenn Sie unterwegs von einem Raubtier angegriffen werden, aber hören Sie auf Tiere auszubeuten, die Ihnen nichts tun...
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Georg Schuh | 06.02.2014 23:24

Interessante These, nur nicht zu Ende gedacht! Artgerecht ist nur die Freiheit, ein schöner Satz, der aber anscheinend dann nicht für den Menschen gilt, der darf dann nicht jagen! Schweine sind wie Menschen Allesfresser, wer sich mit Schweinen beschäftigt, weiß mit welchem Genuss sich Schweine über Rehkitze hermachen. Ist das zu verantworten? Ist es moralischer ein Hirschkalb durch einen Wolf zerfleischen zu lassen, oder ein Kalb so gut es geht schmerzlos zu töten, spezielle Tötungsmethoden, die durch Überlieferungen gefordert werden, schließe ich da aus. Freiheit bedeutet in der Natur fressen und gefressen werden. Und rein biologisch betrachtet sind Pflanzen auch Lebewesen, die nicht gefressen werden möchten. Sieht man daran dass sie sich wehren, mit Dornen, Stacheln und den verschiedensten Giftstoffen. Sie schreien nur nicht, wenn sie verletzt werden. Zumindest nicht akustisch. Aber inzwischen ist hinreichend bekannt, dass sie bei Verletzungen Pheromone aussenden um Artgenossen zu warnen, damit sie rechtzeitig z:B. Bitterstoffe produzieren können.
Warum gibt es keine Lobby für Pflanzen? Nun Pflanzen haben kein kuscheliges Fell und Klupschaugen mit denen sie das Kindchenschema vor allem bei kinderlosen Frauen ansprechen und so das instinktive, angeborene Schutzverhalten auslösen. Unter rein sachlichen bioethischen Gesichtspunkten gibt es keine Unterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Lebewesen. Oder doch einen, Pflanzen sind friedlicher, es gibt fast keine die Tiere fressen. Beitrag melden!


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