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Alles Seemannsgarn?

Alles Seemannsgarn?

Schiffskonstrukteure gehen heute von einer maximalen Wellenhöhe von 16,5 Metern aus. Doch die Zahl und die mysteriösen Begleitumstände der Schiffsunglücke lässt Versicherer und Klassifikationsgesellschaften nervös reagieren. Augenzeugenberichte von 40 Meter hohen Brechern werden längst nicht mehr als Seemannsgarn abgetan. Die Auswertung von Radarbildern des europäischen Umweltsatelliten Envisat bewies: Monsterwellen gibt es viel häufiger als bislang angenommen. Zwei Mal täglich, so zeigte sich, überragt eine Welle alle anderen deutlich. Im Frühjahr 2001 wurden in einem Zeitraum von nur drei Wochen nicht weniger als zehn Wogen mit einer Höhe von über 25 Metern registriert. Daher wird die Forderung nach einer verlässlichen Wellen-Vorhersage - und damit einem besseren Schutz für Containerschiffe und Ölplattformen - immer lauter.


Das Forschungsschiff "Fairweather" nimmt im Golf von Alaska eine Woge über (Foto von: NOAA)
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Das Forschungsschiff "Fairweather" nimmt im Golf von Alaska eine Woge über

Das Projekt "MaxWave"

Auf europäischer Ebene haben sich darum Forschungsanstalten und Firmen zusammengetan, um den Riesenwellen auf die Spur zu kommen. Unter dem Namen MaxWave erforschen Experten des GKSS Forschungszentrums Geesthacht bei Hamburg, der TU Berlin und anderer internationaler Einrichtungen und Kooperationspartner die Entstehung der Killerwellen und arbeiten an einem Frühwarnsystem für Schiffe und Bohrinseln.

Die Killerwelle im Labor Da sich die Killerwellen in freier Natur nur schlecht beobachten lassen, studieren die Forscher ihre Wirkung im Labor: im Wellenkanal. Europas größte Anlage dieser Art, der Wellenkanal der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) misst 300 mal 18 Meter, ist 5,60 Meter tief und hat sogar einen Strand. Am anderen Ende sorgt eine 200 kW starke Wellenmaschine für mächtig Wirbel. Im Kanal werden Schiffsmodelle im Maßstab 1:30 oder 1:40 auf ihre Seetüchtigkeit getestet.


Größere Schiffe leben gefährlich

Dabei haben die Experten unter anderem herausgefunden, dass die international gültigen Bauvorschriften für Schiffe überholt sind. Sie orientieren sich an Schiffen der 160-Meter-Klasse. Doch die heute oft deutlich längeren Typen haben gegenüber kürzeren das Problem, bei gleich bleibenden Wellenlängen von 200 oder 300 Metern sicher durch Wellental und -berg hindurch zu navigieren. Was für ein 50-Meter-Schiff kein Problem ist, kann einem Tanker mit 450 Metern Länge und über 500 000 Tonnen Gewicht das Genick brechen.




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Kommentare zu "Freak Wave: Tsunamis große Schwester"

MikeMolto | 30.08.2014 18:28

Tsunami-Wellen habe auf See hoechstens die Hoehe (Amplitude) von einem Meter und eine fast unendlich lange Frequenz. Man merkt sie kaum.
Freak waves werden auch durch schnell auf einander folgende Orkanboen angefacht und koennen somit auch sehr lokal entstehen. Fetch spielt dabei keine so grosse Rolle. Beitrag melden!

hermann | 16.11.2010 01:05

Betr, das Bild -2- , also hier handelt es sich meiner Meinung nach eindeutig um einen Tanker aus den 50er Jahren. Die Aufnahme ist vom Achterschiff gemacht worden.Man sieht die Achterkante des Brückenaufbaus Mittschiffs mit Mast und Radarantenne.Die hohe steile See vor dem Schiff(Blickrichtung) kommt im Winkel von ca.30 Grad Bb. auf das Schiff zu und nicht von -Achtern-. Beitrag melden!


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