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GEO Magazin Nr. 04/12 Seite 1 von 1


Tierfotografie: Fotogalerie: Gesichter des Riffs

Im "Korallendreieck" zwischen Sumatra, den Philippinen und den Salomon-Inseln sind die Tarnungskünstler in schier unglaublicher Vielfalt zu finden. Der Fotograf Jürgen Freund hat sie aufgestöbert

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Falschaugen-Krugfisch, Canthigaster papua
© Jürgen Freund
Falschaugen-Krugfisch, Canthigaster papua
Während sich die Jungtiere gern im Flachwasser aufhalten, findet man die älteren - oft paarweise - in bis zu 50 Meter Tiefe an den Riffkanten
Halsband-Anemonenfisch, Amphiprion perideraion
© Jürgen Freund
Halsband-Anemonenfisch, Amphiprion perideraion
In samtrote Kissen gebettet, von zarten Tentakeln umhüllt: Der auch Clownsfisch genannte Meeresfisch lebt innig vereint mit einer Seeanemone. Eine gewinnbringende Symbiose: Das weich gepolsterte Nesseltier gibt Schutz, der Fisch vertreibt dessen Fressfeinde
Kartoffelbarsch, Epinephelus tukula
© Jürgen Freund
Kartoffelbarsch, Epinephelus tukula
Der Fisch gehört mit etwa zwei Meter Länge und über 100 Kilogramm Gewicht zu den größten Zackenbarschen der Welt
Finger-Leierfisch, Dactylopus dactylopus
© Jürgen Freund
Finger-Leierfisch, Dactylopus dactylopus
Der Leierfisch lebt in Bodennähe auf sandigem oder schlickartigem Untergrund - in den er sich bei Gefahr eingräbt
Nasenmuräne, Rhinomuraena quaesita
© Jürgen Freund
Nasenmuräne, Rhinomuraena quaesita
Die skurrilen Fahnen über den Nasenlöchern und ein Riesenmaul besitzen alle Nasenmuränen. Doch dient der furchterregende Schlund nicht nur der Attacke, sondern vor allem der Atmung. Die gelbe Färbung ist das Ergebnis einer Geschlechtsumwandlung: Ab 65 Zentimetern färben sich schwarze Jungmuränen zu blauen Männchen um, die sich nach einem weiteren 30-Zentimeter-Schub in gelbe, bis zu 1,2 Meter lange Weibchen verwandeln
Buckel-Drachenkopf, Scorpaenopsis diabolus
© Jürgen Freund
Buckel-Drachenkopf, Scorpaenopsis diabolus
Die Art lebt einzelgängerisch in Tiefen bis zu 70 Meter. Die Stachel seiner Rückenflosse enthalten schmerzhaftes Gift
Blaustreifen-Säbelzahnschleimfisch, Plagiotremus rhinorhynchos
© Jürgen Freund
Blaustreifen-Säbelzahnschleimfisch, Plagiotremus rhinorhynchos
Vor allem Jungtiere dieser Art bedienen sich eines Tricks, um an Futter zu gelangen: Sie ahmen Putzerfische nach und nähern sich so gefahrlos größeren Fischen - um ihnen blitzschnell Hautstücke oder Flossenteile abzubeißen
Gemalter Anglerfisch, Antennarius pictus
© Jürgen Freund
Gemalter Anglerfisch, Antennarius pictus
Jungtiere dieser Art ahmen mit ihrer Zeichnung giftige Nacktkiemer-Schnecken nach - um sich vor Fressfeinden zu schützen
Imperator-Kaiserfisch, Pomacanthus imperator
© Jürgen Freund
Imperator-Kaiserfisch, Pomacanthus imperator
Früher wurden die Jungtiere dieser Art als eigene Spezies beschrieben - weil noch nicht bekannt war, dass die Tiere im Laufe ihres Lebens einen Farbwechsel durchmachen
Gelbbrauner Kofferfisch, Ostracion cubicus
© Jürgen Freund
Gelbbrauner Kofferfisch, Ostracion cubicus
Hübsch, arglos und zerbrechlich wirkt dieser ausgeprägte Einzelgänger, doch der Eindruck trügt. Der kantige Kofferfisch kann die Größe einer Arzttasche erreichen, schützt sich mit einem kastenförmigen Knochenpanzer und einem starken Hautgift, das ihn auch vor Infektionen bewahrt
Zwerg-Seepferdchen, Hippocampus bargibanti
© Jürgen Freund
Zwerg-Seepferdchen, Hippocampus bargibanti
Die Art wurde erst 1969 entdeckt und gehört mit zwei Zentimetern Länge zu den kleinsten Seepferdchen der Welt. Zwerg-Seepferdchen leben fast permanent mit ihrem Schwanz an Korallen geklammert, denen sie täuschend ähnlich sehen
Gemeiner Wimpelfisch, Heniochus acuminatus
© Jürgen Freund
Gemeiner Wimpelfisch, Heniochus acuminatus
Die Spezies gehört zu den auffälligsten und prachtvollsten Bewohnern des Riffs. Und ernährt sich hier von Korallen und Plankton
Goldband-Süßlippe, Plectorhinchus polytaenia
© Jürgen Freund
Goldband-Süßlippe, Plectorhinchus polytaenia
Die bis zu einem halben Meter großen Fische tragen in ihrer Jugend schwarze Streifen, die sich mit zunehmendem Alter in gelbe Streifen umfärben
Pazifischer Rotfeuerfisch, Pterois volitans
© Jürgen Freund
Pazifischer Rotfeuerfisch, Pterois volitans
Einer der bekanntesten Bewohner des Riffs - vor allem wegen seiner Giftigkeit. Die meisten Opfer seiner schmerzhaften Attacken sind allerdings Aquarianer
Dornrücken-Kofferfisch, Lactoria fornasini
© Jürgen Freund
Dornrücken-Kofferfisch, Lactoria fornasini
Der spitze Dorn am Rücken wird dem jungen Kofferfisch erst noch wachsen. Ausgewachsene männliche Exemplare, bis zu 25 Zentimeter lang und leuchtend gelb, leben streng territorial in 500-Quadratmeter-Revieren. Manche von ihnen beherrschen einen spektakulären Paarungstrick. Sie schleichen sich, gewissermaßen inkognito, in hellbrauner Weibchenfarbe in Nachbarreviere ein. Dort wechseln sie, treffen sie auf ein Weibchen, wieder ins verlockende gelbe Männerkostüm
Kurzflossen-Zwergfeuerfisch, Dendrochirus brachypterus
© Jürgen Freund
Kurzflossen-Zwergfeuerfisch, Dendrochirus brachypterus
Auch diese Art ist giftig. Die Tiere leben in Gruppen mit einem dominanten Männchen, mehreren kleineren Männchen und Weibchen
Weißrand-Sterngucker, Uranoscopus sulphureus
© Jürgen Freund
Weißrand-Sterngucker, Uranoscopus sulphureus
Netter Name, doch ganz schön fies, der Sterngucker: eingegrabener Körper, Glubschaugen, Giftstachel hinter dem Kiemendeckel, Maulfransen halten Sand beim Einatmen fern - der bis zu 45 Zentimeter lange Fisch ist ein gewiefter Lauerjäger
Ambon-Drachenkopf, Pteroidichthys amboinensis
© Jürgen Freund
Ambon-Drachenkopf, Pteroidichthys amboinensis
Suchbild mit Fisch: Hinter wilden Hautfransen und hornigen Aus- wüchsen verbirgt sich ein kleiner Raubfisch, der bis zu zwölf Zenti- meter groß wird und oft über den Meeresgrund kriecht. Aber damit nicht genug der Tarnung: Das Tierchen kann auch noch die Farbe wechseln: zu Braun, Grün oder Rot, je nachdem, bei welchen Algen es gerade auf Beute lauert
Gemalter Anglerfisch, Antennarius pictus
© Jürgen Freund
Gemalter Anglerfisch, Antennarius pictus
Plump, schuppenlos und schiefmäulig sind sie alle, aber ihre Farbenpracht ist bemerkenswert. Die rund 45 Arten aus der Familie der Anglerfische passen sich variabel der jeweiligen Umgebung an. Sie sind deshalb Meister der Mimese. So kommen sie bunt, sandgesprenkelt, felsengrau als Schwamm, Algenhaufen oder Stein daher
Bärtiger Drachenkopf, Scorpaenopsis oxycephala
© Jürgen Freund
Bärtiger Drachenkopf, Scorpaenopsis oxycephala
Die gut getarnte Spezies lebt sowohl im Flachwasser als auch in einer Tiefe bis zu 250 Meter
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Seit Jahren hatte ein befreundeter Kunstmaler dem Fotografenpaar Jürgen und Stella Freund in den Ohren gelegen: "Macht mal was über Fischgesichter! Die Vorderseite von Fischen ist beim Malen so schwierig." Wenn das so einfach wäre! Für gute Gesichtsporträts der Meeresbewohner müsste man sich viel Zeit nehmen, die richtigen Arten in der richtigen Pose erwischen. Oder darf man sogar von "Mimik" reden? Eine fotografische Sisyphusarbeit.

Doch dann kam die Gelegenheit: Von der Umweltorganisation WWF bekamen die Freunds den Auftrag für eine 18 Monate lange Expedition ins "Coral Triangle" - eine Region von kaum zwei Prozent der Weltmeeresfläche, aber mit einer Artenvielfalt, die zu den höchsten aller Meeresgebiete zählt. Da würden sich doch ein paar Porträts ergeben! Die ersten Kandidaten waren die Sterngucker bei Nord-Sulawesi; Fische, die sich im Sand oder Schlamm einwühlen und auf Beute lauern. "Das Dumme ist, dass ihr Versteck-Trick funktioniert und man sie kaum findet", sagt Jürgen Freund. "Aber wir hatten Tauchguides, die seit 15 Jahren diesen Schlamm betauchen ..." Die halfen auch beim Auffinden der faustgroßen Sargassum-Anglerfische, die sich nach einem Taifun vor Nord-Palawan in den Algenmatten verbargen.

Die Homepage von Jürgen Freund: juergenfreund.com


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