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GEO Magazin Nr. 08/10 Seite 1 von 1


Fotogalerie: Fotogalerie: Blaues Wunder in Gefahr

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens ist die größte von Organismen geschaffene Struktur des Planeten, seine Artenvielfalt immens. Experten fürchten nun, dass die dreckigen Wassermassen aus den Überschwemmungsgebieten das empfindliche Ökosystem schädigen könnten

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Great Barrier Reef
© Jürgen Freund
Great Barrier Reef
Ein steinerner Garten, ins Blaue gebaut, Erbmasse der Natur, touristischer Hotspot, Herberge für mehr als 17.000 Tierarten: das Große Barriereriff, in mehr als 9000 Jahren vor Australiens Ostküste herangewachsen
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Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Das tropische Riff ist ein Paradoxon: Meere, in denen Korallengärten gedeihen, sind äußerst arm an Nährstoffen. Und doch konzentriert sich hier das Leben - Riffe beherbergen ein Drittel aller Fischarten. Weshalb, ist noch immer ein Rätsel. Vermutlich trägt die erfolgreiche Partnerschaft zwischen winzigen Algen und Polypen, den Architekten der Korallenbauten, dazu bei
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef ist eine feste ökonomische Größe in Australiens Wirtschaft. Jährlich besuchen rund zwei Millionen Touristen die Riffe, geben dabei mehr als anderthalb Milliarden Euro aus. Trotz des Andrangs sehen Forscher bisher jedoch kaum Anzeichen für eine Übernutzung. Viele Zonen des Naturparks sind für die 840 Anbieter von Tauch- und Schnorchelausflügen gesperrt
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Kontrollierter Tiefenrausch: In "Scuba-Doos", Unterwasservehikeln mit eigenem Luftvorrat an Bord, dringen Touristen an Seilen hängend in die Riffwelt vor. Helme, die wie eine Käseglocke übergestülpt und per Schlauch mit Frischluft versorgt werden, ermöglichen "Ozeanspaziergänge"
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Mehr als 1700 Schiffe und Flugzeuge transportieren Touristen bis zu 260 Kilometer weit vor die australische Küste
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Manches der 2900 Riffe des Gesamtsystems ist nur einen Hektar groß, andere umfassen eine Fläche von bis zu 10 000 Hektar. Hoch im Norden erstrecken sich fast intakte Korallengärten - vermutlich auch deshalb, weil hier nur wenige Flüsse schädlichen Dünger ins Meer hinausschwemmen
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Wie Strohsterne sind die Strahlenquallen, Kolonien aus Hunderten von Polypen, geformt. Sie treiben an der Meeresoberfläche und fangen Plankton mithilfe ihrer Giftkapseln in den Tentakeln.
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Der manövrierfähigere Kuhkofferfisch erbeutet Bodenlebewesen, indem er sie per Wasserstrahl aufwirbelt
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Anemonen auf einer Peitschenkoralle. Deren Polypen bilden vielarmige, flexible Gerüste aus - besonders in planktonreicher Strömung, was auch den "Untermietern" zugutekommt
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Partner im Riff: Imperatorgarnelen leben auf einer Seegurke
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Fahnenbarsche suchen den Schutz der Gruppe
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
In den vergangenen 100 Jahren haben sich die Ozeane um durchschnittlich 0,7 Grad Celsius erwärmt. Genug für einen "Hitzestress", der weltweit die Korallen erbleichen lässt, indem sie sich ihrer farbigen Mikroalgen entledigen. Die Folge: Weichtiere verhungern, Algenteppiche überwuchern die Bauten
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Forscher um den australischen Biologen Charlie Veron (vorn) sammeln Proben von Steinkorallen im Joan Reef. Vor allem gehen sie der Frage nach, was der Klimawandel für deren großflächige Ausbreitung bedeutet und wie stabil die Festungen der Nesseltiere gegen Stürme sind
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Entscheidend wird sein, ob sich die Organismen der Erwärmung und Übersäuerung der Ozeane anpassen können. Wenn ja, müsste dies mit hohem Tempo geschehen: in gerade einmal vier Jahrzehnten, was nur wenigen Generationen entspricht
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Wo auch immer etwa die Strömung genug Nahrung herbeiträgt, der Lichteinfall stimmt, die Zahl der Algenfresser groß genug ist, können Korallen bestehen - sogar auf einer Unterwasserboje
Great Barrier Reef
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Great Barrier Reef
Untergang und neues Leben: Auf einer von Algen überwucherten Porites-Koralle haben sich junge Kolonien von Polypen gebildet. Ein Zeichen für die Robustheit des Systems? Klar ist gegenwärtig nur: Bestand oder Kollaps des Great Barrier Reef hängen von Faktoren ab, die der Mensch großenteils beeinflussen kann
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"Sobald sich die Wassermassen zurückziehen und ins Meer ablaufen, wird es entlang des Riffs zu einer dramatischen Verschlechterung der Wasserqualität kommen", sagt Nick Heath vom WWF Australien. Über die Auswirkungen sind sich die Experten uneins. Sedimente, Giftstoffe, Stickstoff und Phosphor könnten das empfindliche Ökosystem auf Jahre schädigen, fürchtet Heath.

Dagegen gibt sich Alison Jones von der Central Queensland University gelassen. Mit Blick auf die Überschwemmungen von 1991 sagte sie: "Auch wenn es etwa zehn Jahre gedauert hat - die Korallen haben sich prächtig erholt." Die Riffe seien robuster als viele denken.


 (Foto von: GEO)
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Das Great Barrier Reef ...

... ist der größte Korallenriffverbund der Erde
... erstreckt sich über gut 350 000 Quadratkilometer Fläche entlang der Ostküste Australiens; es ist in etwa so groß wie Deutschland
... ist rund 2300 Kilometer lang, zwischen 25 und 130 Kilometer breit und durchschnittlich 35 Meter tief (in den Lagunen)
... besteht aus 2900 einzelnen Riffen und 900 Inseln
... beherbergt ein Drittel der Weichkorallenarten der Welt
... ist zudem Lebensraum etwa für 1500 Fischarten, 415 Steinkorallenspezies, bis zu 8000 Weichtier- und 500 Algenarten, 600 Stachelhäuterarten (wie beispielsweise Seesterne), 30 Wal- und Delfinarten sowie 215 Vogelspezies
... ist einer der größten Meeresparks der Erde; nur sechs Prozent davon machen Korallenriffe aus
... ist in besonders geschützten Zonen (etwa einem Drittel der Fläche) für Aktivitäten wie Fischerei, Angeln, Aquakultur und teilweise sogar für Schiffspassagen, Schnorchel- und Tauchausflüge gesperrt
... zählt jedes Jahr rund zwei Millionen Besucher (zum Vergleich: Auf Sylt sind es gut 870 000) und gehört damit zu den wichtigsten touristischen Einnahmequellen Australiens





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Kommentare zu "Fotogalerie: Blaues Wunder in Gefahr"

schreibwerker | 26.03.2011 16:51

Wunderschöner Anblick, erinnert mich an den Film die blaue Lagune. Beitrag melden!

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