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Die Satellitenaufnahme zeigt die Ausbreitung des von den Vulkanaktivitäten verfärbten Wassers südwestlich der Kanareninsel El Hierro  (Foto von: RapidEye)
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Die Satellitenaufnahme zeigt die Ausbreitung des von den Vulkanaktivitäten verfärbten Wassers südwestlich der Kanareninsel El Hierro

Kontinuierlich füllt die Lava das Tal, fließt aus einer Spalte von mehr als drei Kilometern Länge aus. Und das relativ langsam. Denn der Hotspot-Vulkanismus der Kanarischen Inseln verfügt über relativ dünnflüssige Magmen. Der Gesteinsbrei bleibt dadurch nicht in der Erdkruste stecken, wie es bei zähflüssigen Magmen oft der Fall ist. Es kann sich also kein Druck aufbauen. Das bedeutet auch, dass explosionsartige Eruptionen wie etwa beim Vesuv ausbleiben werden. "Es ist verständlich, dass die Menschen erschrocken sind, aber es besteht keinerlei Gefahr", sagte Vulkanologe Eumenio Ancochea. Von den etwa 600 zunächst evakuierten Inselbewohnern sind die meisten bereits in ihr Fischerdorf La Restinga zurückgekehrt.

Die letzte Geburt einer Insel im Atlantik liegt nach geologischen Maßstäben noch gar nicht lange zurück. Sie ereignete sich mehrere Tausend Kilometer nördlich, vor Island. Hier entstand seit dem November 1963 die Vulkaninsel Surtsey. Das Meer begann zu kochen, den Fischern stieg beißender Schwefelgeruch in die Nase. Eine gigantische Fontäne aus Wasserdampf schoss in die Höhe, Asche stieg bis in eine Höhe von zwölf Kilometern auf. Die Eruptionssäule war auch vom 110 Kilometer entfernten Reykjavik aus zu sehen. Am nächsten Tag hob sich ein kleiner Berg aus den Fluten. Eine neue Insel war geboren. Viereinhalb Monate dauerte die explosive Phase. Nach zwei Jahren versiegte der Lavafluss, bis dahin hatte die Insel mit einer Oberfläche von 2,5 Quadratkilometern und einer Höhe von 174 Metern ihre größte Ausdehnung erreicht. Die isländische Regierung taufte sie auf den Namen Surtsey, nach dem nordischen Feuergott Surtur, der der isländischen Mythologie zufolge am jüngsten Tag von Süden kommt und sein Schwert bis in den Himmel schwingt.

Auch wenn sich die Entstehungsmechanismen von Surtsey und dem noch ungeborenen Eiland vor El Hierro ähneln: Ein vergleichbar rasantes Auftürmen des Materials erwarten die Wissenschaftler nicht. Denn der Nachschub aus der Magmakammer in rund zehn Kilometern Tiefe fließt an zu vielen Stellen aus. Das führt zu einer großflächigen, aber nur langsamen Annäherung an die Meeresoberfläche. Doch das hält die Einheimischen nicht davon ab, schon einmal über einen Namen für die neue Insel nachzudenken.





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Kommentare zu "Entsteht vor den Kanaren eine neue Insel?"

politikerduzer | 17.02.2012 16:35

Wem gehört eine neu entstehende Insel. Was für eine absurde Frage. Absurd und doch so wichtig für das vermeintliche funktionieren von Gesellschaften. Das wäre tatsächlich eine GEO- Geschichte wert. UNd zwar mit dieser Fragestellung und der eventuellen Klärung, warum der Mensch alles was er sieht besitzen muss. Warum nichts auf der Welt einfach da sein kann.Besitzansprüche werden von manchen psychologischen Autoren für ein Stück der menschlichen Natur angesehen (H. Schultz-Hencke), wobei das «Haben-Wollen» in der oralen Phase, das «Behalten-Wollen» in der analen Phase erworben wurde.
Man Kann diese GEO-Gescichte dann durchaus mit Humor betrachten... da das Verhalten von uns Menschen eh meist anders nicht zu ertragen ist...

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Tertius gaudens | 03.11.2011 12:49

Das erinnert mich an das Auftauchen der Azoren-Insel Sabrina, welche nach einigen diplomatischen Verwicklungen um die Hoheitsrechte allerdings wieder verschwand (das wär doch mal ne GEO-Geschichte wert, oder?):
"Die plötzliche Erscheinung der azorischen Insel Sabrina, am 30. Januar 1811, war der Vorbote der fürchterlichen Erdstöße, welche weit westlich, vom Monat Mai 1811 bis zum Junius 1813, fast unaufhörlich, erst die Antillen, dann die Ebene des Ohio und Mississippi, und zuletzt die der Ebene gegenüberstehenden Küsten von Venezuela oder Caracas erschütterten."
Alexander von Humboldt (1823)1999: Ansichten der Natur. Philipp Reclam jun. S. 169 Beitrag melden!

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