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GEO Magazin Nr. 04/03 Seite 1 von 6


GEO Magazin Nr. 04/03 - Everest - Heft vergriffen - › Abonnieren

Edmund Hillary: Der erste Mann auf dem Everest

Im Mai 1953 gelang Hillary mit dem Sherpa Tenzing Norgay die Erstbesteigung des höchsten Berges der Erde. Jetzt ist der wohl berühmteste Neuseeländer im Alter von 88 Jahren gestorben. GEO zeichnet den riskanten Weg zum Gipfel nach

Text von Curt Schneider

März 1953, Hochland von Nepal. So etwas haben die Menschen in dem kleinen Königreich noch nicht gesehen: Zwei Marschkolonnen mit insgesamt 350 Trägern und 13 Tonnen Ausrüstung wälzen sich dem Everest entgegen. Die Expedition will einen Traum der Menschheit wahr machen und endlich den höchsten Berg der Erde besteigen: nach der Eroberung von Nord- und Südpol das letzte große Ziel auf Erden. Seit 1921 sind ein Dutzend Expeditionen am Everest gescheitert, sind 13 Menschen tot am Berg geblieben. Erst wenn sein Gipfel betreten ist, wird die Eroberung der Erde abgeschlossen sein.


Die Everest-Expedition von 1953: Teamleiter John Hunt (vorn, 3.v.l.), Tenzing (rechts daneben) und Hillary (hinter Hunt) (Foto von: Alfred Gregory/Royal Geographical Society)
© Alfred Gregory/Royal Geographical Society
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Die Everest-Expedition von 1953: Teamleiter John Hunt (vorn, 3.v.l.), Tenzing (rechts daneben) und Hillary (hinter Hunt)

"Weil es Spaß macht"

22. April 1953, Mount Everest Basislager, 5400 Meter Höhe. Zehn Europäer und 39 Sherpa versammeln sich im untersten der insgesamt neun Lager am Berg. Einige ihrer Kameraden sind schon weiter oben, sie bereiten die Route vor. Einer von ihnen ist Edmund Hillary, 33, Imker von Beruf und Bergsteiger aus Leidenschaft. Er hat Kraft, viel Kraft, ein Hüne von 1,92 Metern. Auf die Berge geht er, "weil es Spaß macht", und der Everest ist sein Traum, seit er 1951 zum ersten Mal im Himalaya war.

Der Teufel steckt im Detail Oberst John Hunt, 42, vom britischen Himalaya-Komitee als Expeditionsleiter auserkoren, hat das Unternehmen generalstabsmäßig vorbereitet. Hat Windkanäle und Unterdruckkammern der Royal Air Force genutzt und die Ausrüstung in der Schweiz unter hochalpinen Bedingungen getestet. Sogar einen Granatwerfer hatte Hunt dabei, um auf steile Schneehänge zu feuern und Lawinen auszulösen, ehe sie Schaden anrichten konnten. Ein beispielloser Aufwand an Material und Menschen, um jetzt, im neunten britischen Anlauf, endlich den Gipfel zu erreichen. Am Ende wird es ein fehlender Adapter sein, der die Expedition beinahe scheitern lässt.



Tenzing war beim Klettern am glücklichsten, erinnerte sich John Hunt (Foto von: Royal Geographical Society)
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Tenzing war beim Klettern am glücklichsten, erinnerte sich John Hunt

Erfahrener Begleiter

Die frühen Everest-Expeditionen sind ohne Sherpas nicht denkbar. Tenzing Norgay, einer von ihnen, ist als sirdar Leiter der Träger, er organisiert den Lastentransport der Expedition. Keiner ist so oft am Everest gewesen wie er. In den 1920er Jahren, Tenzing war noch ein Kind, versuchten sich drei englische Expeditionen am Berg. Sie rekrutierten Träger vom kleinen Volk der Sherpa am Fuße des Everest. So erfuhren die Sherpa überhaupt erst, dass der Gipfel der höchste der Erde ist.


Sherpas und Sahibs

Als Junge trieb Tenzing Yak-Herden hinauf zu den Almweiden in 5000 Meter Höhe. In den einsamen Almsommern hatte er viel Zeit, zu Chomolungma hinaufzusehen. Die anderen Sherpa wunderten sich, warum Menschen ihr Leben riskierten, um auf diesen Gipfel aus Fels und Eis zu steigen - in Tenzing aber wuchs ein Traum: Er wollte der erste Sherpa sein, der mehr war als bloßer Lastenträger für die sahibs, die weißen Herrschaften. Er wollte eines Tages auf dem Gipfel des Everest stehen. 1935, 1936 und 1938 arbeitet Tenzing als Träger für drei britische Everest-Expeditionen - alle scheitern. Die anderen Sherpa sind froh, wenn sie wieder umkehren dürfen. Tenzing nicht: Er will hinauf, seinen Traum wahr machen. Nun, mit 39, beginnt seine Kraft nachzulassen. "Es muss jetzt sein", sagt er sich.


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Kommentare zu "Edmund Hillary: Der erste Mann auf dem Everest"

Peter Lyssy | 31.01.2010 15:07

Selten habe ich einen so wohltuend sachlichen und gründlich recherchierten Artikel gelesen.Hier wird das Bergsteigen endlich wieder in seinen ursprünglichen Rang erhoben und dieser besteht nun einmal aus Naturwissenschaft und Sport, nicht aber aus Effekthascherei , Personenkult und Eifersüchteleien. Meine Frau und ich ( jetzt 73 und 68 ) haben zeit unseres Lebens Extremalpinismus betrieben und nie ein Aufhebens darum gemacht, ebenso wie alle Mitglieder unserer Akad.Sektion München des DAV. Übrigens hat der früher bekannte Alpinpionier Paul Güßfeldt sich nach der Erstbegehung des Biancogrates am Piz Bernina wie folgt geäußert : " Es ist nunmehr bewiesen,daß Piz Bianco und Piz Bernina ein Bergmassiv sind. Weitere Besteigungen sind daher nicht erforderlich. " Überspitzt formuliert, aber im Kern getroffen. Beitrag melden!


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