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Der GEO-Länder-Test
Mecklenburg-Vorpommern ist der Sieger. Das Bundesland hat die beste Klimaschutzbilanz. Sehen Sie hier im großen GEO-Länder-Test wie die 15 anderen Bundesländer abgeschnitten haben
Gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Beirat hat GEO 20 Schlüsselkategorien ausgewählt, die Vergleiche erlauben und, zusammengenommen, strukturelle Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen Stadt- und Flächenstaaten weitgehend ausbalancieren. 19 Indexpunkte stammen aus den Sektoren Energie, Verkehr und Bau/Wohnen; einer steht für politische Ziele und Strategien. Das Resultat der GEO-Analyse belegt: Weder die geografische Lage noch die Größe eines Landes noch die Parteipolitik sind entscheidend für eine gute Klimaschutzbilanz. Nachfolgend der "Countdown" bis zum Sieger - mit Erläuterungen zu Stärken und Schwächen sowie jeweils einem vorbildlichen regionalen Projekt.
Rang 16: Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz ist Schlusslicht der GEO-Auswertung. Das hat seinen Hauptgrund im Verkehr. Die Autodichte im Land ist hoch, der Kraftstoffverbrauch auch. Gütertransport wird fast nur über die Straße abgewickelt. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung, die Kraftwerke effizienter macht, schneiden die Rheinland-Pfälzer im Bundesvergleich am schlechtesten ab. Und für die Gebäudedämmung zeigen sie, anders als die Nachbarn in Baden-Württemberg, wenig Interesse. Stärken in diesem Bundesland sind Photovoltaik und Wasserkraft (jeweils Rang 3).
Munition für die Zukunft
Was tun mit 145 Hektar, die bis 1995 das größte Munitionslager der US Air Force in Europa beherbergten? Im Hunsrück schuf man die Morbacher Energielandschaft mit einer 3500 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage, 14 Windrädern und einer Biogasanlage. Für das Gesamtwerk erhielt die Gemeinde den "Deutschen Solarpreis 2007".
Rang 15: Saarland
Zwar rühmt Ministerpräsident Peter Müller (CDU) den "hohen Stellenwert" der Klimapolitik an der Saar. In Zahlen und Fakten spiegelt der sich jedoch kaum wider. Bei der Entwicklung des CO2-Ausstoßes pro Kopf schneidet das Saarland schlecht ab; der Energieverbrauch ist, gemessen am Brutto-inlandsprodukt, der höchste in Deutschland. Dafür hat ausgerechnet der kleinste Flächenstaat die größte Pkw-Dichte der Republik. Spaziergänge oder Fahrradfahrten schätzen Saarländer kaum. Zu den positiven Faktoren im Land gehören der Güterverkehr auf der Schiene und eine vergleichsweise geringe Zunahme des Flächenverbrauchs.
Ökosiegel für Hausbesitzer
Seit 1996 wird an der Saar die Grüne Hausnummer verliehen. Bewerben kann sich um dieses Türschild mit Ökosiegel, wer sein Haus mit umweltfreundlichen Baustoffen errichtet und Energie effizient nutzt. 390 private und öffentliche Gebäude sind inzwischen ausgezeichnet.
Rang 14: Hessen
Im "Aktionsprogramm Umwelt" von 2002 befand die hessische Landesregierung: "Die Möglichkeiten Hessens zur CO2-Emissionsminderung sind aus-geschöpft." Seit März 2007 gibt es nun wieder ein "Klimaschutzkonzept Hessen 2012", mit dem der Anteil an erneuerbaren Energien gesteigert werden soll. Vielleicht gelingt es dem Land so, den CO2-Ausstoß zu senken, der seit 1990 nicht geringer geworden ist, sondern pro Kopf um 3,4 Prozent zugenommen hat (letzter Platz). Die CO2-Emissionen im Verkehrssektor sind die höchsten in Deutschland. Das liegt unter anderem am Flughafen Frankfurt - den die Hessen auch selbst eifrig nutzen. Sie fliegen über-durchschnittlich häufig und fahren zudem viel Auto. Pluspunkte: die Photovoltaik, der Anteil an Niedrigenergiehäusern und eine gewisse Zurückhaltung, Böden für Siedlungen und Verkehr zu opfern.
Firmen für globale Kooperation
Was können Unternehmen tun, die Vorbilder im Klimaschutz sein wollen? Sie können Mitglied bei der in Hessen geborenen Initiative Klima-Partner werden. Die Grundidee ist dieselbe wie bei der in-ternationalen Zusammenarbeit im Kyoto-Protokoll: Treibhausgase richten globale Schäden an; weltweit gesehen, ist es also gleichgültig, wo sie entstehen oder vermieden werden - Emissionen in Kassel kön-nen durch Klimaschutzmaßnahmen in Kalkutta neutralisiert werden. Für diesen Ausgleich finanzieren Industrieländer Projekte in armen Ländern, in denen zum Beispiel regenerative statt fossile Energie genutzt wird. Zu den bisherigen Klima-Partnern gehören etwa die Deutsche Telekom, die "Frankfurter Rundschau", die Deutsche Bank und der Neckermann-Versand.
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