GEO Magazin Nr. 07/09 - Motoren des Lebens Seite 1 von 3

Text von Malte Henk

Muskeln: Das unterschätzte Organ

Sich bewegen ist gesund! Das wissen wir. Doch je genauer Wissenschaftler die Muskeln erforschen, desto mehr staunen sie: Wahre Wunderwerke sind diese Kraftpakete, manchem gelten sie inzwischen sogar als komplexestes Organ nach dem Gehirn


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So funktioniert der Empfehlen-Button von Facebook

Sie möchten den neuen Facebook Empfehlen-Button nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Infos zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses sog. Social Plugins erfolgt über Facebook, das betrieben wird durch Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA. geo.de verwendet die von Facebook zur Verfügung gestellten Plugins an verschiedenen Stellen des Internetangebots.

Woran erkenne ich diese Plugins?

Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz "Facebook Social Plugin" versehen und sind bei GEO.de nach dem Vorspann über oder unter dem Artikeltext platziert.

Was passiert auf Seiten, die das PlugIn eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Facebook-Konto und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort auch eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Facebook her. Facebook kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben

Ihr Seitenaufruf bei GEO.de wird nun Ihrem Facebook-Account zugeordnet. Facebook kann die Daten speichern und weiterverarbeiten (s.u., „Was macht Facebook mit meinen Daten?“)

Klicken Sie auf den Empfehlen-Button, wird diese Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert

Generell gilt: wenn Sie nicht bei Facebook eingeloggt sind, oder keinen Facebook-Account haben, werden auch keine Daten übermittelt

Was macht Facebook mit meinen Daten?

Was genau Facebook mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzhinweisen des Sozialen Netzwerkes nachlesen: http://www.facebook.com/policy.php

Typische Anwendungsfälle sind: Ein Facebook-Nutzer liest auf GEO.de einen Artikel, den er seinen Freunden empfehlen möchte und klickt auf "Gefällt mir". Seine Freunde sehen den Link zu genau diesem Artikel auf Facebook. Die Freunde können nun wiederum selbst auf den Link klicken, den Artikel auf GEO.de lesen und den Artikel wiederum an ihre Freunde weiterempfehlen.

Dieses Beispiel ist aber nur exemplarisch zu verstehen, da sich Facebook vorbehält sein System ständig weiter zu entwickeln und über die Verwendung der Daten zu informieren.

Wie kann ich mein Facebook-Profil richtig einstellen?

Jeder User hat andere Bedürfnisse und wünscht sich andere Einstellungen. Die Kollegen von stern.de erklären Ihnen hier die Möglichkeiten, die das Soziale Netzwerk Ihnen zum Schutz Ihrer Privatsphäre bietet: » zum Artikel von stern.de

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier

Weitere Informationen zur Einschätzung des Themas "Facebook Social Plugins und Datenschutz" publizieren die Kollegen von stern.de regelmäßig auf stern.de (Extra "Soziale Netzwerke" von stern.de). Weitere Informationsquellen, für die GEO.de ebenfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung des Sozialen Netzwerkes berichten:

http://www.facebookbiz.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://facebookmarketing.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://www.schwindt-pr.com/ (nicht von Facebook betrieben)
http://blog.facebook.com/ (das offizielle Facebook-Blog)

Informationen zum Datenschutz in Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
» zur Website des Bundesbeauftragten für Datenschutz


So funktioniert der +1-Button von Google

Sie möchten den +1-Button des sozialen Netzwerkes Google+ auf GEO.de nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses Buttons erfolgt über Google, das betrieben wird durch Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, United States („Google“)

Woran erkenne ich den +1-Button?

Der Button ist an dem Zeichen “+1? auf weißem oder farbigen Hintergrund erkennbar. GEO.de verwendet ihn über und/oder unter redaktionellen Beiträgen oder Beiträgen unserer Community.

Wenn Sie ihn anklicken, verändert sich die Farbe des Buttons von weiß zu blau. Zudem wird Ihnen die Gesamtzahl der bisher abgegebenen Empfehlungen angezeigt. Es kann vorkommen, dass Ihnen auch angezeigt wird, wer die Schaltfläche außer Ihnen noch benutzt hat. Ob und welchem Umfang Ihnen diese Informationen angezeigt werden, hängt von der Einstellung Ihres Profils und den Einstellungen Ihrer Kontakte in Google+ ab. Informationen, wie Sie diese Einstellungen steuern können, stellt Google hier zur Verfügung: http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1152622

Was passiert auf Seiten, die den Button eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Google-Profil oder einen Google+-Account und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Google her. Google kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben. Der Inhalt des +1-Buttons wird von Google direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Website eingebunden. (s.u.: "Was macht Google mit meinen Daten?").

GEO.de hat keinen Einfluss auf den Umfang der Daten, die Google mit dem Button erhebt, geht jedoch davon aus, dass auch Ihre IP-Adresse mit erfasst wird.

Wenn Sie Google+-Mitglied sind und nicht möchten, dass Google über GEO.de Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Google gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch bei GEO.de bei Google+ ausloggen.

Was macht Google mit meinen Daten?

Google weist darauf hin, dass die Vergabe von +1 ein öffentlicher Vorgang ist, durch den jeder im Internet möglicherweise Inhalte sehen kann, denen Sie ein +1 gegeben haben. Sie können über Ihre Profil- und Account-Einstellungen steuern, wo, wem und in welchem Umfang Ihre Empfehlungen angezeigt werden. Die einzelnen Optionen erklärt Google hier:
http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1047397

Was genau Google mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzbestimmungen des Unternehmens nachlesen: http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier.

Unsere Kollegen von Stern.de informieren auch regelmäßig über die Entwicklungen bei Google+ – das Themen-Extra finden Sie hier.

Weitere Informationsquellen, für die GEO.de aber gleichfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung von Goolge+ berichten:

http://googleplusblog.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gpluseins.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gplusmarketing.de (nicht von Google betrieben)

Informationen zum Datenschutz im Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.


Es begann mit den Mäusen, und es wird mit den Mäusen enden. Es begann damit, dass sie plötzlich groß rauskamen in den Medien – grotesk aufgeplusterte Wesen mit Beinen dick wie Röhren, einem Labor entsprungen. Oder einem Comicstrip? Unter ihrem schwarzen Fell erstreckten sich riesenhafte Muskeln. Triceps brachii: plus 135 Prozent. Quadriceps: plus 103 Prozent. Die Medien sprachen von "Mighty Mice", oder auch "Schwarzenegger-Mäusen".

Meine Güte, konnte man sagen: wieder eine Freakshow amerikanischer Wissenschaftler. In jenem Frühjahr vor zwölf Jahren lag der Gedanke fern, dass diese mächtigen Mäuse etwas mit uns zu tun haben; damit, dass wir besser verstehen können, welche Rolle unsere Muskeln in unserem Leben spielen.


Das Ziel ist klar: Muskelaufbau!  (Foto von: Howard Berman/The Image Bank/Getty Images)
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Das Ziel ist klar: Muskelaufbau!

I. Der Guru des Muskelwachstums

Der Schöpfer der Mäuse glaubte selber kaum, was er angerichtet hatte. Se-Jin Lee war ein ambitionierter Molekularbiologe Ende 30, der Sohn koreanischer Einwanderer auf der Suche nach neuen Ideen für sein Labor an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Er hatte ein paar Gene geklont, "Growth Differentiation Factors" (GDF), von denen er vermutete, sie könnten den Bau des Körpers kontrollieren.

Es war Neugier, die hier spielte, mehr nicht. Wie anders als mit Knock-out-Mäusen hätte Se-Jin Lee arbeiten sollen? Er nummerierte die Gene, schaltete sie einzeln aus, studierte die Folgen. Die Mäuse ohne GDF-1: Spiegeltiere, mit dem Herzen auf der rechten und der Leber auf der linken Körperseite. Sie starben. Die Mäuse ohne GDF-11: geboren mit zu vielen Rippenknochen, starben auch.

Die Mäuse ohne GDF-8 starben nicht. Aber sie waren kleine Monster, mit sehr prallen Muskeln und sehr wenig Körperfett.

Was ging da vor? Zum GDF-8 gehört ein Protein, erkannte Se-Jin Lee. Es wacht darüber, wie stark Lebewesen werden: je weniger von diesem Protein, desto mehr Muskeln. Das Protein bekam einen Namen, Myostatin. Merkwürdig allerdings Lees zweite Einsicht: Die Muskeln besitzen die Exklusivrechte an dem Protein! Sie fabrizieren diesen Signalstoff selber, um ihre eigene Größe zu steuern.

Seit knapp einem halben Jahrhundert wusste die Welt um die bezwingend klare Arbeitsweise der Muskeln. Wie deren Fasern sich aufgliedern in immer kleinere Einheiten, als folge die Evolution dem Bauplan eines Mechanikers; wie sich mathematisch präzise die Kontraktion vollzieht und Bewegung in unsere Körper kommt.

Muskeln galten als ausführende Organe, Motoren, zuständig für den Transport von A nach B. Sie waren Protze, getunt auf der Hantelbank; waren Spießer, solide wie der Nahverkehr: 43 Beamte der Bewegung zum Beispiel, die ein Stirnrunzeln erzeugen. Und wenn Muskeln eines nicht waren, dann dies: ein Geheimnis.

Und dann bewiesen diese Mäuse aus Baltimore, dass Muskeln mehr sind als bloße Energieschlucker. Mit dem Botenstoff Myostatin verwandelte Lee langweilige Organe in geheimnisvolle Systeme, die sich selbst steuern – eine Wende: Seither ergründen Forscher, welche Vorgänge in unserem Körper der Bewegungsapparat noch auslöst.

Der Vater der Muskelmäuse hat das runde Gesicht und den dürren Körper einer Vogelscheuche. Betritt er morgens sein Forschungslabor, hoch oben im achten Stock, drängt es ihn bald, an der Cafeteria vorbei, zu einer Tür mit der Aufschrift "Vivarium". Dahinter umfangen ihn der Geruch einer Zoohandlung und das Rascheln seiner Mausbelegschaft: 544 Käfige, jeder groß wie ein Schuhkarton. In 2E stupst Nr. 756 gegen die Plastikwand. Ein sanfter Krieger, geboren – erschaffen – am 18.10.2007. Er wankt wie ein Sumo-Ringer.

Klar, dass Bodybuilder und Sportler Se-Jin Lee mit Anfragen überschütten. Sie träumen vom ultimativen Wettbewerbsvorteil. Se-Jin Lee aber träumt auch. Von der Heilung Muskelkranker etwa, einem Leben ohne Muskelschwund. Seit zwölf Jahren kämpft er darum, Muskeln größer zu machen, ganz ohne Nebeneffekte, ohne Doping durch Steroide und Wachstumshormone. Es kommt ihm immer rätselhafter vor: dieses Organ, von dem manche Forscher mittlerweile glauben, es sei nach dem Gehirn unser komplexestes.

Wie kann es sein, grübelt Se-Jin Lee, dass Myostatin im Muskel entsteht, aber trotzdem ins Blut austritt – nur um später wie der verlorene Sohn zum Ursprungsort zurückzukehren? Weshalb bietet sich dieser Stoff gleichsam dem Körper an? "Wir dachten ja, Muskeln seien abgeschlossene Einheiten. Du hebst die Hantel, dein Bizeps wächst, das war’s. Tja. Ein Irrtum, wie wir jetzt wissen."

Myostatin, vermutet Se-Jin Lee, ist ein Vermittler zwischen den Muskeln des Körpers und seiner Fettmasse, zwischen Überfluss und Mangel, dem Yin und Yang des Lebens. Ein niedriger Myostatin-Spiegel bedeutet: viele Muskeln und wenig Fett. In Zeiten des Hungers jedoch möchte niemand Kraft verschwenden, der Myostatin-Spiegel steigt: Speichermodus, weniger Muskeln, mehr Fett.

So ist Se-Jin Lee auf die Systemfrage gestoßen: Was genau tragen unsere Muskeln zum Gesamtorganismus bei? Wollen wir in ihnen wirklich nur Motoren erkennen? Wäre das richtige Bild, passend zu unserer postindustriellen Ära, nicht jenes der Konferenz? Der Kommunikation der Organe, wobei die Muskeln mit lauter Stimme sprechen? Immer mehr Wissenschaftler denken inzwischen über solche Fragen nach.

Hindernisse. Schwierig, den Kranken und Alten neue Kraft zu schenken, wenn alles mit allem zusammenhängt. Der Körper braucht Myostatin. Menschen, bei denen die Produktion dieses Signalmoleküls stockt, ähneln zwar einem Supersprinter, mit Muskeln straff wie Gummibänder. Und sind doch Wracks; können kaum Treppen steigen vor Schmerzen. Also arbeitet Se-Jin Lee daran, den Pegel elegant zu regulieren. Er hat ein Molekül konstruiert, ein smartes kleines Ding, welches das Myostatin wie ein Magnet aus dem Blut herauszieht. Das Problem ist nur: Dieses Molekül holt weitere, unbekannte Signalstoffe aus dem Lebensstrom. Ihr Fehlen lässt die Muskeln noch stärker anschwellen. Zuwächse um 400 Prozent sind zu erwarten, wenn man die entsprechenden Gene ausschaltet; Super-Schwarzenegger-Tiere, die Mr. Universums der Mauswelt.

Von welchen Organen stammen diese Stoffe? Weshalb sprechen sie mit dem Muskel? Wie reagiert der Körper, wenn man in dieses Kommunikationssystem eingreift? "Keine Ahnung", sagt Se-Jin Lee. Und deshalb kommt er immer noch an sechs Tagen in der Woche in seine Einsiedelei, das Labor. Einen engen Raum, voll mit Maschinen zum Umbau des Lebens, die harmlos aussehen wie Küchengeräte: Zentrifugen, Homogenizer, Se-Jin Lee bedient sie alle selbst, ein bescheidener Mann, der weiß, dass er im Leben keine neuen Forschungsfelder mehr erobern wird. Die unbekannten Signalstoffe will er nun finden. Er wird, er muss dafür eine neue Generation von Knock-out-Mäusen heranzüchten.

Dabei spürt Se-Jin Lee noch einer anderen Frage nach. "Ohne die Mäuse", sagt er, nein, wundert er sich, "wo wären wir ohne sie?" In den Mäusen erkennen wir uns wieder. Denn Muskeln, gesprochen im Slang der Biologen, sind hochgradig konserviert. Kommen von den Quallen über Krebse und Insekten bis hin zu allen Wirbeltieren in ähnlicher Ausfertigung vor, bei Menschen und Mäusen, Walen und Fliegen. Welch eine Sensation des Lebens: Da verfügen Wesen über so viel größere Muskeln als andere. Aber man muss schon ein Studium der Physiologie absolviert haben, um unter dem Mikroskop Unterschiede zu erkennen.

Wir Menschen, deren Muskeln so viel wiegen wie Blut und Knochen und Hirn und Leber zusammen; deren Muskeln jeden Tag die Arbeit eines Krans erledigen, der einen Sechstonner 50 Meter anhebt – nicht durch das Fühlen oder das Denken sind wir den Tieren nah. Se-Jin Lees Botschaft lautet: Vor allem der Bewegungsapparat zeichnet uns als Verwandte anderer Kreaturen aus.


Im angespannten Oberarm, stellten sich die Menschen der Antike vor, wirkt ein tätiges Tier. Die Römer nannten es musculus, Mäuschen, und lange Zeit, bis ins 18. Jahrhundert, sprach man von "Mäuslein", wenn von Muskeln die Rede war. Mäuse und Muskeln: Die Erfindungsgabe unserer Biologen knüpft an die Fantasie unserer Vorfahren an. Aber hier hört die Geschichte nicht auf. Mit den Mäusen hat sie begonnen, sie wird ohne sie weitergehen.



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