GEO Magazin Nr. 04/02 - Was ist die ideale Erziehung? Seite 1 von 8
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Erziehung: Keine Angst vor Kindern!

Wie erzieht man "richtig"? Ein Konzept aus den USA begeistert frustrierte Eltern. Außerdem: der Elterntest "Sind Sie Ihrem Kind gewachsen?" und das Forum "Schaden Ohrfeigen der Erziehung?"


Geht das: Kinder erziehen ohne Schimpfen, Schreien und Ausrasten? Ohne sich in eine "endlose" Kette von Konflikten zu verhaken, wie eine Mutter sagt? Gelassen gar und mit ruhigen Nerven? Wegen dieses Traums - oder ist es eine Schimäre? - sitzen sie hier beisammen, drei Elternpaare und zwei Mütter, in einer Altbauwohnung in Hamburg, und sie erlernen: positive Erziehung.

Der Normalzustand: verkorkste Nachmittage und Macho-Phasen

Es ist die zweite Stunde, der Kurs nennt sich Triple P, "Positive Parenting Program", und zunächst einmal schildern die Teilnehmer ihren täglichen Frust, diese nagende Hilflosigkeit. Eine Mutter berichtet von dem "völlig verkorksten Nachmittag" heute, als wieder alles schief ging. Mia wollte einfach nicht aufräumen, "ich habe sie angebrüllt, sie war wütend und quengelig, und ich wusste überhaupt nicht mehr, wie ich da herauskomme".


Eine andere berichtet von ihrem Sohn, der eine Macho-Phase durchmacht. "Im Auto schnauzt der mich an, ob ich nicht endlich mal abbiegen wolle. Zu Hause schimpft er, warum das Essen noch nicht fertig sei - und das von einem Sechsjährigen!" Sie müsse sich so zusammenreißen, ihm nicht "dauernd eine zu scheuern: Ich bin nur noch auf 180." Aber was, fragt sie schüchtern, könne sie stattdessen tun?

Erste Erfolge mit der neuen Methode

Andere melden Erfolge. Ein Vater hat sich, angeregt vom Triple-P-Lernziel, "klare, ruhige Anweisungen" zu geben, davon verabschiedet, seine dreijährige Tochter vorzugsweise in Frageform anzusprechen: Möchtest du essen, willst du dein Zimmer aufräumen, wollen wir ins Bett gehen? "Anna sagte immer nur 'nö', und ich musste auf sie einreden, was immer in Streit endete." Dem Vater fiel es nicht leicht, sich umzustellen auf eine deutliche Ansprache an seine Tochter, weil er das Fragen als "irgendwie demokratischer, nicht so autoritär" empfand. Doch jetzt, erzählt er, funktioniere es tatsächlich besser. "Eigentlich ganz einfach."



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