GEO Magazin Nr. 01/05 - Verstehen Sie Einstein? Seite 1 von 1
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Artikel vom 15.12.2004

GEO Magazin Nr. 01/05 - Verstehen Sie Einstein? - vergriffen - › Abonnieren

Pharmaforschung: Frauen machen Spermien fruchtbar

Die letzte Phase der Reifung des männlichen Samens findet erst im weiblichen Genitaltrakt statt. Das eröffnet neue Möglichkeiten der Verhütung


"Ohne Frau ist der Mann infertil", sagt Ursula Habenicht schmunzelnd. Denn, so weiß die Leiterin der Abteilung Gynäkologie und Andrologie der Schering AG, erst ganz oben im Eileiter findet der wesentliche Aktivierungsprozess der Spermien statt - die so genannte Kapazitation. Entdeckt worden ist der Prozess bereits vor über 50 Jahren - aufgrund unzähliger Fehlversuche, Eizellen von Kaninchen in vitro zu befruchten.


Wie er genau funktioniert, ist auch heute noch nicht völlig geklärt. Nur dass Östrogene eine Vielzahl biochemischer Reaktionen steuern, die dem Spermium schließlich ermöglichen, bei Kontakt mit der Eizelle seine Polkappe (Akrosom) vom Kopf abzuwerfen. Dadurch kann es Enzyme freisetzen, die ein Loch in die Hülle der Eizelle bohren und ihm so den Zugang eröffnen. Auf dieser Basis versucht das Forscherteam um Habenicht, im Auftrag des Berliner Pharmakonzerns eine völlig neue, hormonfreie Methode der Verhütung zu entwickeln, die beim Spermium die letzte Stufe der Reifung unterbindet. Dazu muss der Rezeptor gefunden werden, der von einer chemischen Substanz blockiert werden kann.


Ein weiterer Vorzug dieser so genannten "molekularen Kontrazeption": Sie böte die Option für eine entweder weibliche oder männliche Verhütung. Die Heranreifung der Zielmoleküle auf dem Spermienkopf geschieht im Mann und kann dort blockiert werden. Alternativ lässt sich aber auch erst im Eileiter das entscheidende Enzym unterdrücken.


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