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Skelett: Wo der Schmerz entsteht
Hals- und Lendenwirbelsäule, Hüft- und Kniegelenk: Warum die Dreh- und Angelpunkte unseres Skeletts immer wieder Schwierigkeiten bereiten. Mit Übungen: So beugen Sie vor
Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Teil der menschlichen Zentralachse. Klein sind ihre Wirbel, beengt die Verhältnisse: Die aus dem Rückenmark austretenden, für Arme, Kopf und Oberkörper zuständigen Spinalnerven, das Neuronengeflecht des vegetativen Nervensystems und die Wirbelarterien, die das Gehirn versorgen, liegen hier dicht an dicht und können durch ruckartige Bewegungen, Muskelverhärtung, Bandscheibendruck oder knöcherne Auswüchse an Wirbeln und ihren Fortsätzen so bedrängt und gequetscht werden, dass es zu schmerzhaften Halswirbelsyndromen kommt.
Muskeln im Krampf
Frauen sind öfter und früher davon betroffen als Männer, was zum Teil daran liegt, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, die unnatürliche Haltungskonstanz verlangen: am Schreibtisch, am Computer, an Fertigungsmaschinen. Durch ständige Vorneigung des Kopfes und die von Klimaanlagen erzeugte Zugluft können die fächerförmigen Trapezmuskeln, die Hinterhaupt, Wirbel, Schlüsselbeine und Schulterblätter miteinander verbinden, zum Muskelhartspann verkrampfen. Der erhöhte Muskeltonus kann Schmerzen auslösen, die bis in Arme, Kopf und Brustbein ausstrahlen. Solche Verspannungen der Schulter-Nacken-Muskulatur werden als "lokales Zervikalsyndrom" bezeichnet.
Im Klammergriff der Wirbel Gehen die Schmerzen nicht primär von Muskelverspannungen aus, sondern von eingeklemmten Spinalnervenwurzeln, zieht der Schmerz bis in die Finger. Der Schmerz meldet sich bei Kopfbewegungen, aber oft auch nachts im Schlaf. Ameisenkribbeln und Taubheitsgefühle kommen hinzu. Betrifft die Einengung der Gefäße dagegen die Wirbelschlagadern oder das vegetative Nervensystem, kann es zu migräneartigen Anfällen mit heftigen Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Tinnitus, Seh- und Schluckstörungen kommen.
Vorsicht vor Sprenggriffen
Behandelt werden Schulter-Nacken-Syndrome zunächst konservativ mit Wärmeanwendungen (heißes Bad, Wärmflasche, Wollschal) und Medikamenten (Analgetika, Antiphlogistika, Sedativa). Das soll für kurzfristige Dämpfung des Reizzustands, Entlastung der betroffenen Wirbel und Entspannung der verhärteten Muskulatur sorgen. Massagen sind nur dann zu empfehlen, wenn der Akutschmerz bereits abgeklungen ist. Chiropraktisch sind sanfte Extensions-Griffe erlaubt, während "Sprenggriffe" (plötzliches Einrenken) unbedingt zu vermeiden sind.
Operieren nur im Notfall
Bei Akutschmerzen werden meist - wie beim Hexenschuss - Lokalinjektionen verabreicht: Die gereizte Nervenwurzel wird mit lokal wirkenden Betäubungsmitteln beruhigt, Entzündungen werden mit Steroid-Kochsalzlösungen zum Abschwellen gebracht.
Operationen an der Halswirbelsäule sind im Grunde nur nach Unfällen (Schleudertrauma) bei nicht beherrschbaren Schmerzen und Lähmungserscheinungen (nach einem Bandscheibenvorfall) oder drohenden Rückenmarksschäden angezeigt.
Isometrische Übungen zur Stärkung der Nackenmuskulatur, regelmäßiges Rückenschwimmen, häufige Pausen während der Schreibtischarbeit, eine gesunde Schlafhaltung (keine großen Kopfkissen, keine Bauchlage!) und ein nicht zu niedriger Lenker beim Radfahren sind unerlässlich, wenn man seinen Hals auf Dauer vor Schaden bewahren will.
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Kommentare zu "Skelett: Wo der Schmerz entsteht"
Ich bin begeistert von diesem Artikel! Noch begeisterter wäre ich jedoch, wenn das Heft "Das Gerüst des Lebens" noch erhältlich wäre!!