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Fachberater?
Was macht eigentlich der Fachberater einer GEOEPOCHE-Ausgabe, wenn er gerade nicht in den Hamburger Redaktionsräumen dafür sorgt, dass schiefe Thesen und falsche Behauptungen aus Textmanuskripten verbannt werden? Ein kurzer Bericht aus dem Leben des Arne Karsten

Besser konnte es sich nicht fügen, als das GEOEPOCHE-Team Mitte Januar den Berliner Kunsthistoriker Arne Karsten anrief. Ob er der wissenschaftliche Berater für die GEOEPOCHE-Ausgabe "Venedig" werden wolle. Ob er die Arbeit an diesem Thema interessant fände - und sich selbst inhaltlich ausreichend gewappnet? Zwei Jahre zuvor hatte der Italienexperte die Redaktion bereits sicher durch die historischen Unwägbarkeiten der Renaissance von Rom bis Florenz geleitet. "Klar", sagte Karsten auch diesmal. Und: "Ich schreibe übrigens gerade an einem Buch über die Geschichte der Serenissima."
Auf den Spuren der Mächtigen
Ein idealer Zufall - und zugleich keiner. Denn Karsten beschäftigt sich seit Langem intensiv mit der Historie der Apenninen-Halbinsel. Für seine Doktorarbeit untersuchte er etwa, wie Mächtige und Mäzene die Maler, Bildhauer und Baumeister im Rom des 17. Jahrhunderts förderten, sich mit deren Werken schmückten und darstellten. Dass Karsten neben seiner Expertise auch Zeit für den Job bei GEOEPOCHE mitbrachte, war allerdings weniger selbstverständlich.
Seit 2001 ist der 38-Jährige am Seminar für Kunstgeschichte der Berliner Humboldt-Universität leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter von REQUIEM, einem Projekt, das die kostspieligen römischen Grabmäler von Päpsten und Kardinälen der Renaissance und des Barock erforscht, sie als Propagandamedien im Wettstreit von Familien um Prestige und Einfluss entschlüsselt (www.requiem-project.eu). Das Ergebnis dieses Machtkampfes kann noch heute jeder Rombesucher mit eigenen Augen betrachten, wenn er durch die prachtvoll ausgestatteten Kirchen der Ewigen Stadt geht.

Neulich im ICE
Neben dieser Forschungstätigkeit gibt Karsten Seminare, hält Vorträge, verfasst Bücher, organisiert Studienreisen. Oft war der Fachberater auch während der Arbeit am Venedig-Heft unterwegs: Im ICE pendelte er zwischen Hamburg und seiner Heimatstadt Berlin hin und her. Nicht selten hatte er dann einen Text über den Rialto oder die Palazzi am Canal Grande im fertigen Layout auf den Knien, um ihn, die Fahrtzeit nutzend, ein letztes Mal durchzusehen. Und einmal sprach ihn daraufhin sogar eine Leserin an, erfreut, den Berater eines von ihr geschätzten Magazins getroffen zu haben.
Zeittafel auf Abwegen
Im Zug allerdings wäre es beinahe auch zur Katastrophe gekommen. In Italien, wo Karsten zwischendurch für ein paar Tage auf Vortragsreise weilte, vergaß er im Abteil seinen Laptop, darin der gerade bearbeitete Entwurf für die Zeittafel des Venedig-Heftes. Der italienische Bahnhofsvorsteher gab Karsten eine Chance von 1:1000, dass der Computer wieder auftauchen würde. Doch der sogleich unterrichtete Zugführer konnte das Gerät tatsächlich sicherstellen. Die Daten und Fakten zur Lagunenrepublik, fein säuberlich chronologisch geordnet, waren gerettet. Und konnten, wie geplant, ihren Weg ins Heft finden.
Auch dies eine äußerst glückliche Fügung.
(PS: Die Geschichte Venedigs von Arne Karsten wird 2008 im Verlag C. H. Beck erscheinen.)
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