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Evolution: Interaktive Ahnen
Nur wenige Knochenreste, darunter Schädel, Zähne, Unterkiefer oder Teile davon, zeugen von unseren Vorzeit-Verwandten. Anhand solcher Fundstücke haben Wolfgang Schnaubelt und Nina Kieser vom Atelier "Wildlife Art" im Rahmen eines von GEO geförderten Projekts des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt die neun wichtigsten Vertreter der menschlichen Evolution rekonstruiert. Dabei haben sie Hauttönung, Behaarung und andere Details so gestaltet, wie es die Darmstädter Wissenschaftler für wahrscheinlich halten
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Viel Affe, etwas Mensch Australopithecus anamensis, Ostafrika, vor 4,2 bis 3,9 Mio. Jahren
Der "Südaffe am See" (anam ist das Turkana-Wort für See) kombinierte affen- und menschenähnliche Eigenschaften: Der Schädel erinnert an Menschenaffen, die Jahrmillionen früher lebten. Dagegen weist besonders das Schienbein ähnliche Merkmale wie bei der viel später erscheinenden Gattung Homo auf. Dieser Australopithecus konnte wohl schon aufrecht gehen.

Hominide mit Familie Australopithecus afarensis, Ostafrika, vor 3,9 bis 3 Mio. Jahren
"Lucy", die als Urahnin der Hominiden gilt, war ein "Südaffe" aus der äthiopischen Region Afar. Von den wohl ursprünglich 207 Knochen ihres Skeletts wurden 47 geborgen. Anderswo fanden sich Relikte von mindestens 13 Individuen - die "erste Familie". Und 69 Fußabdrücke in Tansania bezeugen unzweifelhaft den aufrechten Gang des Australopithecus afarensis.

Rätselvoller Flachkopf Kenyanthropus platyops, Ostafrika, vor 3,5 Mio. Jahren
Den "Kenia-Menschen mit dem flachen Gesicht" entdeckte ein Team um die Paläoanthropologin Meave Leakey 1999 am Turkanasee. Genauer: dessen arg zerdrückten Schädel. Die Forscher erkannten an dem Fund eine derart ungewöhnliche Kombination von Merkmalen - etwa das breite, flache Gesicht und die relativ kleinen Backenzähne -, dass sie ihn einer eigenen Gattung von Vormenschen zuordneten. Manche Wissenschaftler dagegen halten den Schädel für so zerstört, dass eine Bestimmung kaum gelingen könne.
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