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Neandertaler: Brüchige Botschaften aus alten Genen
Auf den ersten Blick scheint die Idee der Erbgutanalyse bestechend objektiv: Man entnehme DNS aus einem versteinerten Neandertaler-Knochen, analysiere sie - und alle verwandtschaftlichen Fragen sollten geklärt sein. In der Realität muss aber auch die "Paläogenetik" eine Vielzahl methodischer Probleme überwinden.
Einer ihrer Pioniere ist Svante Pääbo. Seinem Münchner Team wurde 1996 eine besonders kostbare Probe anvertraut: ein Stückchen aus dem Oberarmknochen des Typusexemplars vom Neandertaler, also von dem namengebenden Fund bei Düsseldorf. Aus den gewonnenen DNS-Resten aus jeweils 0,4 Gramm schweren Knochenportionen konnte die DNS-Sequenz, die Abfolge der vier Basen-Bausteine, ermittelt werden. Der Vergleich mit der Sequenz heute lebender Menschen ergab im Durchschnitt einen Unterschied in 27 der 379 betrachteten Genbuchstaben. Die Abweichung war so gross, dass für viele nun endgültig festzustehen scheint: Der Neandertaler gehört nicht in die Vorfahren-Linie des anatomisch modernen Menschen - unserer eigenen Subspezies.
Der Gendaten-Vergleich stützt ausserdem die "Out of Africa"-Theorie, nach der sich der moderne Mensch nicht mehrfach ("multiregional") aus den archaischen Formen entwickelt hat, sondern von einer einzigen afrikanischen Population abstammt, die sich über die Welt verbreitet und dort bereits lebende Menschenformen verdrängt hat.
Gestützt wurde diese Aussage von einer Arbeitsgruppe aus Oslo und Tübingen. Sie konnte das Erbmaterial von Neandertaler-Fossilien aus Warendorf und der kroatischen Fundstätte Krapina sowie von einem modernen Menschen aus der Vogelherd-Höhle in einer Art Schnelltest unterscheiden.
Dazu kamen noch Gendaten eines Neandertaler-Fossils aus dem Kaukasus und die Veröffentlichung eines über 42000 Jahre alten Neandertaler-Fundes aus der kroatischen Vindija-Höhle: Die Analyse-Daten bestätigten sich gegenseitig. "Von den DNS-Sequenzen, die wir bisher angeschaut haben", kommentiert Pääbo die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe, "hat der Neandertaler keine zu unserem Genpool beigetragen."
Die Suche nach unseren Vorfahren
Für andere archaische Menschenformen lässt sich das offenbar nicht so kategorisch sagen: Mit ganz ähnlichen Methoden wie Pääbo und Ovchinnikov haben in Australien Forscher um James Peacock und Alan Thorne zehn australische Menschenfossilien untersucht, die als anatomisch modern gelten. Das älteste Exemplar -der Lake Mungo 3-Fund -ist 62 000 Jahre alt. Die im Januar 2001 veröffentlichte Analyse legt für Peacock und Thorne genau das Gegenteil der aus den bisherigen Erbgutforschungen gezogenen Schlüsse nahe: Die Out of Africa-Theorie sei unzutreffend, die anatomisch modernen Menschen hätten sich eben doch in unterschiedlichen Teilen der Welt unabhängig voneinander entwickelt. Für den fünften Kontinent sei dies nun belegt, für Europa gleichfalls anzunehmen.
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Kommentare zu "Neandertaler: Brüchige Botschaften aus alten Genen"
Ich würde diese Magazine über Neandertaler verkaufen. Ich lebe in Reus, Katalonien, sud Barcelona und würde weissen wie könnte es zu mir kösten wenn Sie es zu mir beim Post senden und wie könnte ich zu dir meine Kreditkardnummer geben.