GEO EPOCHE Nr. 13 - 06/04 - Das antike Griechenland Seite 1 von 7
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Griechische Philosophen: Alles durchdacht

Griechische Philosophen wollten die Welt ergründen und die Prinzipien, denen sie unterworfen ist. Männer wie Aristoteles suchten nach dem Sinn des Seins und der rechten Lebensweise. Die Fragen, die sie aufwarfen, beschäftigen Denker noch heute


Natürlich haben sich Menschen schon lange vor den Hellenen Gedanken gemacht - über die Natur, die sie umgebende Welt. Die Griechen aber waren die Ersten, die sie nicht mythologisch, sondern philosophisch betrachteten. Philosophen jedoch waren sie nicht in der verengten Bedeutung von heute, sondern sie interessierten sich für alle möglichen wissenschaftlichen, auch naturwissenschaftlichen Fragen.

Als erster namhafter "Liebhaber der Weisheit" in diesem Sinne gilt

Thales

. Der soll von etwa 625 bis 547 v. Chr. in der ionischen Hafenstadt Milet gelebt haben, ein Genie in Mathematik und Astronomie gewesen sein und das Wasser als Urprinzip alles Stofflichen postuliert haben. Vor allem feiert man ihn als Urheber der Erkenntnis, dass es in der Natur Abhängigkeiten von Größen untereinander, dass es also gleichsam Naturgesetze gibt.


Erstaunlicherweise sind viele Fragen, die Philosophen bis heute bewegen, bereits vor mehr als 2500 Jahren gestellt worden. Vor allem die Frage nach dem Sein. Für

Anaximander

(ca. 610-547 v. Chr.) zum Beispiel, ebenfalls aus Milet, war nicht das Wasser der Urstoff, sondern das

apeiron

, ein unbestimmtes, grenzenloses Substrat, aus dem sich alles in einem Widerspiel von Warm und Kalt, von Trockenem und Feuchtem ausbilde - in einem Entwicklungsprozess, in dem etwa Menschen aus Fischen entstanden seien.

Ebenso materialistisch behandelte das Thema ursprünglich auch der Denker

Pythagoras

(ca. 570-480 v. Chr.), der von der Insel Samos stammte. Seiner Schule zufolge bestimmen Zahlenverhältnisse die Ordnung aller Dinge und halten die Welt in Harmonie. Später aber wandelten Pythagoras und seine Jünger seine Lehre ins Esoterische - womit sie enormen, auch politischen Einfluss gewannen. Pythagoras ist typisch für die Liebe griechischer Philosophen zur Mathematik und für deren Bewunderung des Logisch-Zeitlosen.


Heraklit

(ca. 540-480 v. Chr.) aus dem ionischen Ephesos war von der Harmonie-Tendenz aller Gegensätze überzeugt. Im Ausgleich der Gegensätze, im Kampf oder Krieg, entstünden alle Dinge, deren Unterschiedlichkeit und Veränderung durch die Kraft des Feuers bewirkt werde. Auch seien sie nie beständig, sondern stets in der Bewegung begriffen:

panta rhei

- alles fließt.


Ganz anders sah das

Parmenides

(ca. 515-450 v. Chr.) aus Elea - dem italienischen Velia südlich von Neapel. Für ihn veränderte sich im Prinzip überhaupt nichts. Vielmehr sei alles "Einzelseiende", so vielfältig es auch erscheine, Ausprägung eines einzigen unteilbaren Seins und alles Wahrnehmbare insofern eine subjektive Täuschung, als man nur einen Schein erkenne, nicht aber die von diesem verdeckte unwandelbare Substanz.


Demokrit

wiederum, um 460 im thrakischen Abdera geboren, reduzierte den Urstoff auf unzerstörbare, sich bewegende Teilchen - auf Atome, aus denen sich im Nichts, im ansonsten leeren Raum, alle Dinge zusammenfügten. Dieses geschehe natürlichen Gesetzmäßigkeiten zufolge, jedoch zweckfrei. Sinnliche Wahrnehmung könne die Wahrheit der Dinge nicht erfassen, sei aber Ausgang jeglicher Erkenntnis.

Mit dem Athener

Sokrates

(ca. 469-399 v. Chr.) begann schließlich die klassische Zeit der griechischen Philosophie. Von einer durchgängigen Evolution der Konzepte bis dahin - oder auch danach - kann indes nicht die Rede sein. Sie blieben ein Angebot, aus dem sich ein jeder Denker bediente.



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