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Leseprobe: Die Logik des Schmerzes

Körperliche Pein ist unsere Lebensversicherung: Ohne ihre Signale würden wir GEfahren wie eine Krankheit oder eine heiße Herdplatte kaum bemerken. Doch Schmerz kann sich auch verselbstständigen und chronisch werden. Forscher sind dabei, die komplexen Mechanismen dahinter zu entschlüsseln - und haben möglicherweise eine entscheidende Entdeckung gemacht, die Millionen Menschen helfen könnte

Text von Martin Paetsch

Lesen Sie einen Auszug aus der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Die Signale unseres Körpers":


Wenn es im Bauch schmerzt, dann ist eine Signalkette von der Quelle der Pein bis zum Kopf aktiv. Das Prinzip dahinter hat sich über Jahrmillionen entwickelt und ist im Menschen zu einem System von ungeheurer Komplexität herangereift. Empfinden wir Qualen, durchzucken elektrische Impulse den Organismus, ist in verschiedenen Zonen des Gehirns eine Fülle von Nervenzellen aktiv, ziehen sich Muskeln unwillkürlich zusammen (Foto von: Alexander Tsiaras/Anatomical Travelogue)
© Alexander Tsiaras/Anatomical Travelogue
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Wenn es im Bauch schmerzt, dann ist eine Signalkette von der Quelle der Pein bis zum Kopf aktiv. Das Prinzip dahinter hat sich über Jahrmillionen entwickelt und ist im Menschen zu einem System von ungeheurer Komplexität herangereift. Empfinden wir Qualen, durchzucken elektrische Impulse den Organismus, ist in verschiedenen Zonen des Gehirns eine Fülle von Nervenzellen aktiv, ziehen sich Muskeln unwillkürlich zusammen

In seiner Heimat in Nordpakistan erregt der Junge schon früh Aufsehen: Bereits mit zehn Jahren tritt er als Straßenkünstler auf, vollführt dabei schier unfassbare Kunststücke. Unter den ungläubigen Blicken seiner Zuschauer rammt er sich Messer durch den Arm. Und er geht barfuß über brennende Kohlen, ohne irgendein Anzeichen von Schmerz zu zeigen.

Als Wissenschaftler auf den Fall aufmerksam werden, ist es bereits zu spät: Um Freunde zu beeindrucken, ist der Junge an seinem 14. Geburtstag von einem Dach gesprungen – und an seinen Verletzungen gestorben.

Doch im Verwandtenkreis des Verunglückten stoßen die Forscher um Geoff Woods von der University of Cambridge auf ein seltsames Phänomen: Sechs weitere Kinder, die alle dem Clan entstammen, zeigen sich ebenso unbeeindruckt von Schmerzen.

Ihre Körper sind voller Schrammen, blauer Flecke und Spuren von Knochenbrüchen. Ihre Münder sind entstellt, weil sie sich, ohne etwas zu spüren, früh Teile der Lippen oder der Zunge abgebissen haben.

Dass einige wenige Menschen unter einer solchen Schmerzunempfindlichkeit leiden, ist der Wissenschaft bereits bekannt. Doch nur äußerst selten tritt die Störung so gehäuft auf wie in diesem pakistanischen Clan. Für Woods ist es eine einmalige Gelegenheit. Denn im Erbgut der Familie verbergen sich Antworten auf drängende Fragen: Wie können Ärzte die Qualen bekämpfen? Lassen sie sich ausschalten wie bei diesen Kindern? Und wie entsteht der Schmerz überhaupt?

Forscher entschlüsseln die molekularen Mechanismen der Pein
Jeder wohl kennt und fürchtet dieses Gefühl. Sei es das Ziehen im Zahn oder das unablässige Pochen einer Migräne, sei es der Geburtsschmerz einer Mutter oder die Tortur einer Nierenkolik. Seit jeher ist der Schmerz der Begleiter des Menschen. Forscher haben mittlerweile zwar wirkungsvolle Schmerzmittel entwickelt und begonnen, die molekularen Mechanismen der Pein zu entschlüsseln. Doch natürlich ist der Schmerz noch nicht aus der Welt. Im Gegenteil: Da immer mehr Patienten schwere Erkrankungen und selbst Rückfälle überleben, leiden immer mehr an quälenden Begleiterscheinungen.

Der Schmerz kommt in unzähligen Varianten. Er kann kurz aufflammen, als akuter Ausbruch, der schnell vorüber ist. Oder er hält dauerhaft an, wird chronisch, bleibt über Jahre im Bewusstsein. Und die peinvolle Erfahrung ist für jeden Menschen anders: Die gleiche Verletzung kann dem einen unerträgliche Qualen bereiten, während der andere kaum etwas davon spürt.

Wie stark wir Schmerz empfinden, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von unseren Genen. So brauchen Rothaarige beim Zahnarzt meist eine stärkere Betäubung: Denn jene Genmutation, die ihre Haarfarbe prägt, erklärt vermutlich auch ihre Anfälligkeit für bestimmte Arten von Schmerz.

Auch unsere Gefühle und Erwartungen spielen eine wichtige Rolle. So kann schon der Gedanke an Belohnungen – etwa Sex – Schmerzen lindern. Dagegen erleben Menschen, die zur Schwermut neigen, ihre Körperqualen oft sehr viel intensiver.

Doch warum verspüren wir überhaupt Schmerz? Warum begleitet er uns ein Leben lang, vom ersten Sturz als Kleinkind bis hin zum Todeskampf?

Den vollständigen Text können Sie in der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Die Signale unserers Körpers" nachlesen.


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