Hauptinhalt


Leseprobe: Tod des Roten Kaisers

Im Sommer 1976 liegt Mao Zedong im Sterben – und in der KP-Spitze bereiten sich die Funktionäre auf den Machtkampf nach seinem Tod vor. Als es schließlich so weit ist, schlägt ein Mann zu, mit dem noch Monate zuvor niemand gerechnet hatte

Text von Cay Rademacher

Lesen Sie einen Auszug aus der neuen Ausgabe von GEOEPOCHE zum Thema "Das China des Mao Zedong":


Zwei Tage nach seinem Tod am 9. September 1976 liegt Mao aufgebahrt in der Großen Halle des Volkes. Seine Ärzte haben zuvor den Leichnam mit einer Überdosis Chemikalien zu präparieren versucht (Foto von: Aufbahrung1976)
© Aufbahrung1976
Foto vergrößern
Zwei Tage nach seinem Tod am 9. September 1976 liegt Mao aufgebahrt in der Großen Halle des Volkes. Seine Ärzte haben zuvor den Leichnam mit einer Überdosis Chemikalien zu präparieren versucht

Zhongnanhai ist ein geheimnisvolles Viertel am Westrand der „Verbotenen Stadt“ in Beijing. Früher war es der kaiserliche Garten, ein Park mit zwei Seen – dem Mittleren, Zhong Hai, und dem Südlichen, Nan Hai.

Kiefern und Zypressen spenden Schatten, und an den Ufern liegen prachtvolle Gebäude aus der Zeit des Kaisers Qianlong (1735–1799) mit grauen Dachziegeln und schattigen Innenhöfen: die „Halle des duftenden Schleiers“ etwa oder der „Saal der stillen See“. Dazwischen moderne Bauten – Wohnhäuser für Diener sowie Büros, Kasernen, zwei Badeanstalten.

Eine hohe zinnoberrote Mauer schirmt das Viertel Zhongnanhai vor neugierigen Blicken ab. An den Toren stehen Wachposten der Eliteeinheit 8341, und selbst in den Straßen der Nachbarschaft patrouillieren schwer bewaffnete Sicherheitskräfte.

Hier lebt der mächtigste Mann der Erde, Herrscher über fast eine Milliarde Menschen und Idol für Abermillionen in aller Welt: Mao Zedong.

Doch Mao achtet schon lange nicht mehr auf die Schönheit von Zhongnanhai. Hilflos liegt er an diesem Mittwoch, dem 8. September 1976, in „Haus 202“, einem modernen Klotz neben dem Hallenbad, unfähig, sich aus eigener Kraft zu ernähren und deutlich zu sprechen.

"Wir haben getan, was wir konnten"
Es ist ein drückend heißer Sommertag. Erst jetzt, kurz vor Mitternacht, kühlt es etwas ab. Der Leibarzt Dr. Li Zhisui wird zu Mao gerufen. Die diensthabenden Ärzte haben dem Patienten ein kreislaufstärkendes Mittel injiziert, aber sie können seinen Puls und Blutdruck nicht mehr stabilisieren.

Das Surren des Beatmungsgeräts erfüllt den Raum. Maos Gesicht ist hinter einer etwas verrutschten Sauerstoffmaske kaum zu erkennen. Neben den Ärzten und Krankenschwestern wachen hohe Parteifunktionäre am Bett. Einer nimmt Dr. Li beiseite und flüstert: „Können Sie noch irgend etwas tun?“

Nach langem Schweigen antwortet der Leibarzt mit einem schwachen „Wir haben getan, was wir konnten“. Das Wort „Tod“ will er um keinen Preis aussprechen, obwohl ihm klar ist, dass Mao nur noch wenige Minuten zu leben hat.

Den vollständigen Text können Sie in der neuen Ausgabe von GEOEPOCHE zum Thema "Das China des Mao Zedong" nachlesen.


zurück zur Hauptseite


GEO im Abo

Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!