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Leseprobe: Der rote Bandit

Am 31. Juli 1921 gründen 13 junge Männer in der Nähe von Shanghai die Kommunistische Partei Chinas, darunter ein schüchterner, lange Zeit zielloser Lehrer aus der Provinz. Doch nun hat der 27-Jährige eine Aufgabe gefunden, für die er mit aller Energie kämpfen will: die Revolution. Mao Zedong macht sie zu seinem Beruf – und setzt dafür schon bald auch auf Mord, Raub und Erpressung

Text von Ralf Berhorst

Lesen Sie einen Auszug aus der neuen Ausgabe von GEOEPOCHE zum Thema "Das China des Mao Zedong":


Um in China einen Machtwechsel herbeizuführen, ist Mao - hier 1936 in der Uniform der Roten Armee - jedes Mittel recht. So lässt er etwa Bauern ausplündern, um eine Truppen zu ernähren (Foto von: Mao1936)
© Mao1936
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Um in China einen Machtwechsel herbeizuführen, ist Mao - hier 1936 in der Uniform der Roten Armee - jedes Mittel recht. So lässt er etwa Bauern ausplündern, um eine Truppen zu ernähren

Es regnet in Strömen, als das Ausflugsboot auf den „See der Mandarinenten“ hinausfährt, rund 90 Kilometer südwestlich von Shanghai. Die 13 Männer an Bord beachten das Unwetter nicht, das sich am Nachmittag dieses 31. Juli 1921 ausbreitet. Sie drängen sich um einen Tisch mit Fischgerichten, Getränken und Mah-Jongg-Steinen. Und diskutieren.

Eine Holzwand schützt die nach hinten offene Kajüte vor neugierigen Blicken. Sobald sich ein anderes Boot dem Schiff nähert, verstummen auf ein Klopfzeichen hin alle Gespräche. Dann vertiefen sich die Männer zum Schein in das Mah-Jongg-Spiel, schieben Steinchen über den polierten Tisch. Sie wissen: Polizeispitzel könnten versuchen, sie zu belauschen.

Das Ziel: Die Diktatur des Proletariats errichten
Die Ausflügler sind marxistische Studenten, Lehrer und Journalisten. Sie haben das Boot gemietet, um ihr geheimes Treffen als Vergnügungspartie zu tarnen. Tatsächlich wollen sie die Kommunistische Partei Chinas gründen. Die 13 Männer repräsentieren nicht einmal 60 Kommunisten – in einem Reich von mehr als 450 Millionen Einwohnern. Nur in fünf chinesischen Städten haben sie sich zu winzigen Parteizellen zusammengeschlossen, es fehlt ihnen an Geld und Erfahrung. Dennoch sind sie entschlossen, in China die Diktatur des Proletariats zu errichten.

Einer der Männer ist ein hochgewachsener Jüngling mit melancholischen Augen. Das dunkle Haar hat er aus der Stirn gekämmt. In den Diskussionen ergreift er selten das Wort, offenbar schüchtert ihn das elegante Auftreten mancher Genossen ein, die westliche Anzüge statt chinesischer Kleidung tragen und sich zudem in marxistischer Theorie besser auskennen.

Ein unscheinbarer Mann wird den Terror formen
Der 27-Jährige ist ein Geschichtslehrer aus der Provinz. Sein Name: Mao Zedong. Doch ausgerechnet dieser unscheinbare Mann wird die KP Chinas zu einem Instrument der Macht und des Terrors formen. Und mit ihrer Hilfe über ein Viertel der Menschheit herrschen.

Im Verlauf des Tages einigen sich die Männer auf ein utopisch anmutendes Programm: Der Kapitalismus in China soll überwunden und eine klassenlose Gesellschaft errichtet werden. Als das Boot in der Dämmerung an das schilfgesäumte Ufer zurückkehrt, fürchten sich die Verschwörer nicht mehr vor Spitzeln. „Lang lebe die Kommunistische Partei, lang lebe der Kommunismus – der Befreier der Menschheit“, rufen sie über den See.

An diesem Tag beginnt mit dem Ausflug einiger politischer Sektierer die Geschichte der KP – und der unwahrscheinliche Aufstieg eines Bauernsohns zum Führer Chinas.

Den vollständigen Text können Sie in der neuen Ausgabe von GEOEPOCHE zum Thema "Das China des Mao Zedong" nachlesen.


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