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Kaiser. Ritter. Hanse: Buchtipps

Empfehlungen der GEOEPOCHE-Redaktion für eine vertiefende Lektüre


DEUTSCHLAND IM MITTELALTER

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters. Band I: Katalog / Band II: Essayband (Sandstein Verlag, Dresden 2006), insgesamt 1189 Seiten, 88,00 Euro
Die beiden Bände sind anlässlich der Doppelausstellung "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806" in Marburg und Berlin erschienen. Der erste Band enthält die Abbildungen der in Magdeburg gezeigten Exponate mit detaillierten Beschreibungen. Der ebenfalls reich bebilderte zweite Band umfasst 35 Essays zu den einzelnen Kaiserdynastien. Die Autoren, sämtlich ausgewiesene Mediävisten, widmen sich gleichermaßen ereignis-, kultur- und rechtsgeschichtlichen Aspekten des Mittelalters. Die einzelnen Beiträge sind leicht verständlich abgefasst und beschreiben dennoch auch weithin unbekannte Aspekte des Mittelalters.



Gerd Althoff, Hans-Werner Goetz, Ernst Schubert: Menschen im Schatten der Kathedrale, Neuigkeiten aus dem Mittelalter (Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2005) 358 Seiten, antiquarisch ca. 25,00 Euro
Die Menschen im Glanz der Kathedralen - bedeutende Bischöfe, Herzöge, Herrscher oder große Kaufleute - sind zumeist gut bekannt. Doch vom Leben der großen Masse namenloser Menschen - einfache Handwerker, Mägde, Krämer oder gemeine Strauchdiebe -, die im Schatten der Gotteshäuser leben, wissen wir nur wenig. Diese Lücke schließen die drei Autoren des großformatigen Bandes, indem sie anhand von lebendigen Beispielen fremd anmutende Denk- und Lebensweisen ebenso beschreiben wie uns wohlbekanntes Verhalten. In den einzelnen Kapiteln werden beinahe alle Bereiche des mittelalterlichen Lebens behandelt.

Frank Rexroth: Deutsche Geschichte im Mittelalter (C.H. Beck, München 2005) 128 Seiten, 7,90 Euro
Frank Rexroth, Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Göttingen, gibt einen gelungenen Überblick sowohl über die politische Geschichte als auch über die gesellschaftlichen Strukturen des Mittelalters. Nach einem einleitenden Kapitel über die drei zentralen Fragen der mittelalterlichen Geschichte - "Welches Mittelalter?", "Inwiefern deutsch?" und "Was ist der Gegenstand einer ,Deutschen Geschichte im Mittelalter'?" -, behandelt er in drei großen Kapiteln die Wandlung vom Karolingerreich zum Reich der Deutschen (etwa 800 bis 1075), das Reich bis zum Ende der Stauferzeit (1075 bis Mitte des 13. Jahrhunderts) und das Reich im späten Mittelalter bis 1495. So zeigt Rexroth Strukturen auf, welche die deutsche Geschichte geprägt haben - und zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit hinein fortwirken.

Sabine Buttinger: Das Mittelalter (Theiss Verlag, Stuttgart 2006), 192 Seiten, 19,90 Euro
Im ersten Teil ihres Buches skizziert die Historikerin Sabine Buttinger ein knappes Bild der Gesamtepoche: Vom unruhigen Frühmittelalter über das Aufblühen Europas unter Karl dem Großen bis zur Entstehung der Königreiche im Spätmittelalter. Im zweiten Teil gibt sie mitunter recht knappe Einblicke in die Lebensbereiche der mittelalterlichen Menschen: Sie beschreibt das Leben auf der Burg ebenso wie den städtischen Alltag oder das Dasein der Landbevölkerung. Insgesamt bietet das Buch einen umfassenden Überblick über das Mittelalter.

Bernd Schneidmüller: Die Kaiser des Mittelalters. Von Karl dem Großen bis Maximilian I. (C.H. Beck, München 2006) 128 Seiten, 7, 90 Euro
In einem knappen, aber präzisen Abriss der Herrschergeschichte von Karl dem Großen bis Maximilian I. beleuchtet Bernd Schneidmüller die Entwicklungen des Römischen Kaisertums bis ins Jahr 1519. Ein Kapitel über die antiken Wurzeln des mittelalterlichen Kaisertums sowie ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der Institution runden die Darstellung ab. Bernd Schneidmüller ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.



BURGENLAND

Uwe A. Oster (Hrsg.), Burgen in Deutschland (Primus Verlag, Darmstadt 2006) 160 Seiten, 29,90 Euro
Von mehr als 20 000 Burgen aus beherrschte der Adel im Mittelalter die deutschen Lande. Kein Bauwerk ist in der Vorstellung heutiger Menschen so sehr mit den Jahrhunderten zwischen Antike und Neuzeit verbunden wie die wehrhaften Residenzen des europäischen Adels, die beides zugleich waren: sichere Feste und Symbol der Macht. Der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Burgenvereinigung von Uwe A. Oster herausgegebene Band stellt 15 repräsentative Burgen in Wort und Bild vor. Wasser-, Sporn- und andere Höhenburgen - und sogar ein Schloss: Neuschwanstein, das sich der bayerische König Ludwig II. (1845-1886) im Stil einer mittelalterlichen Festung errichten ließ.


OTTO I. - KÖNIG UND KAISER

Johannes Laudage, Otto der Große. Eine Biographie (Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2001) 416 Seiten 34,90 Euro
Als Heinrich I. 936 stirbt, hinterlässt er seinem Sohn Otto ein gefestigtes Reich, in dem die deutschen "Stämme" fortan zusammenwachsen können zu einem Volk. Doch Otto strebt nach Höherem: Er will sich als Nachfolger Karls des Großen in Rom zum Kaiser krönen lassen. Und tatsächlich: 962 weiht ihn der Heilige Vater zum neuen Caesar. Ihn, den gewalttätigen und frommen, herrschsüchtigen und milden König Ostfrankens, der die römische Kaiserwürde für die nächsten Jahrhunderte mit dem deutschen Königtum verbunden hat. Das sind die Fakten. Wer dazu auch noch wissen will, was von den mittelalterlichen Chronisten und anderen Quellen zum Leben Ottos des Großen zu halten ist - dem sei dieses Buch des Lehrstuhlinhabers für Mittelalterliche Geschichte der Universität Düsseldorf ans Herz gelegt.

Gerd Althoff/Hagen Keller, Heinrich I. und Otto der Große. Neubeginn und karolingisches Erbe (Muster-Schmidt Verlag, 3. Auflage Göttingen/Zürich 1994) 258 Seiten, 28,00 Euro
Wenn zwei Meister sich zusammentun, kann daraus nur Gutes entstehen. Gemeinsam haben sich die renommierten Mediävisten Gerd Althoff und Hagen Keller jenen beiden Königen aus sächsischem Geschlecht angenommen, die das ostfränkische Reich gefestigt und damit die Keimzelle für ein Reich der Deutschen geschaffen haben. Ihr Fazit: "Folgerichtig sieht man in Otto den größeren Sohn eines großen Vaters." Ein Muss für alle, die sich die Geschichte der Ottonen lebendig erzählen lassen wollen.

Matthias Puhle (Hrsg.), Otto der Große. Magdeburg und Europa (Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2001) Essayband und Katalog zusammen 1200 Seiten, antiquarisch ab ca. 40,00 Euro erhältlich
Das zweibändige Werk zur gleichnamigen Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Magdeburg vereint wohl alle Kenner der ottonischen Geschichte in seinem Autorenverzeichnis. Ob zur Frühgeschichte des Herrschergeschlechtes der Liudolfinger (das heute zumeist nach Otto I. "Ottonen" genannt wird), die "Wahrheit" über die Lechfeldschlacht von 955 oder Otto den Großen aus byzantinischer Sicht - das durchweg gut lesbare Werk lässt kaum eine Frage, kaum eine Station im Leben des ostfränkisch-deutschen Königs und römischen Kaisers unbehandelt.


DIE SALIER - IM BANN DES HEILIGEN VATERS

Johannes Laudage, Die Salier. Das erste deutsche Königshaus (C.H. Beck, München 2006) 128 Seiten, 7,90 Euro
Konsequent an den Lebensläufen der vier Salierherrscher orientiert sich dieses packend geschriebene Taschenbuch von Johannes Laudage. Dem Düsseldorfer Mittelalter-Experten gelingt es in gebotener Kürze, die wesentlichen Handlungsfäden des salischen Jahrhunderts zu entwirren und in den aktuellen Forschungsstand einzubetten.

Egon Boshof, Die Salier (Kohlhammer, 4. Auflage Stuttgart 2000) 346 Seiten, 18,30 Euro
Boshofs Standardwerk, 1987 erstmals erschienen, lohnt für ein intensiveres Studium der salischen Geschichte. Wer den etwas akademischen Stil des Passauer Professors nicht scheut, findet hier eine erschöpfende und hintergründige Darstellung dieser zwischen Krone, Kirche und Adel langsam eskalierenden Dauerkrise. Dabei besonders hilfreich: Ahnentafeln und Personenregister im Anhang.


HILDEGARD VON BINGEN - DAS ORAKEL GOTTES

Heinrich Schipperges, Hildegard von Bingen (C.H. Beck, München 2001), 122 Seiten, 7,90 Euro
Für den schnellen Überblick über das Leben und Wirken der Hildegard von Bingen. Heinrich Schipperges entschlüsselt und erläutert auf verständliche Weise die aus heutiger Sicht schwer zugänglichen Visionsschriften, Hildegards Heils-, Welt- und Menschenverständnis und die Hintergründe ihrer prophetischen Mission. Ein Buch, das das Phänomen Hildegard von Bingen entmystifiziert - und Esoteriker und Apologeten der Naturheilmedizin in die Schranken verweist.

Hildegard von Bingen, Briefwechsel. Nach den ältesten Handschriften. Übersetzt von Adelgundis Führkötter (Müller, Salzburg 2002), 277 Seiten, antiquarisch für ca. 20,00 Euro erhältlich
Hildegard von Bingen präsentiert sich in ihren Briefen als selbstbewusste, energische Stimme in der Welt der Mächtigen - die Antworten spiegeln den Respekt und die Ehrfurcht ihrer Zeitgenossen wieder. Dieser Band hat zwei entscheidende Vorteile gegenüber anderen Ausgaben: Adelgundis Führkötter übersetzt stilistisch gut und gibt zu den Briefwechseln knappe historische Einordnungen (die freilich nicht immer dem neuesten Forschungsstand entsprechen). Etwa zu jenem mit Friedrich Barbarossa, in denen die Nonne den Kaiser und seinen Regierungsstil in scharfem Ton ermahnt und warnt.


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