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GEOEPOCHE-Buchtipps: Der Zweite Weltkrieg - Teil 1

Weiterführende Literatur zum Thema, für Sie zusammengestellt und bewertet von der GEOEPOCHE-Redaktion.


NACHGESCHLAGEN


 (Foto von: C. H. Beck)
© C. H. Beck

Gerhard Schreiber, Der Zweite Weltkrieg (C. H. Beck, München 2002), 128 Seiten, 7,90 Euro.

67 verfeindete Staaten, Schlachtfelder vom Eismeer bis zum Südpazifik, vom Ural bis zu den Dschungeln Burmas, von den Vororten Moskaus bis zum Brandenburger Tor. Sechs Jahre Krieg, vertriebene Völker, verschobene Grenzen, mehr als 55 Millionen Tote: Der von Adolf Hitler ausgelöste Zweite Weltkrieg ist in seinen Dimensionen so gewaltig und schwer zu überblicken, dass jede Kurzdarstellung eigentlich nur scheitern kann. Gerhard Schreiber aber ist es gelungen, nicht nur den Verlauf des Weltenbrandes zu skizzieren, sondern darüber hinaus auch die Vorgeschichte des Krieges zu beleuchten: „von der Einverleibung der Mandschurei durch Japan 1931 bis zum Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki 1945“. Absolut lesenswert, ebenso wie der Klassiker von Andreas Hillgruber, Der 2. Weltkrieg 1939 - 1945. Kriegsziele und Strategie der großen Mächte (Kohlhammer, 6. erweiterte und ergänzte Auflage Stuttgart 1996) 216 Seiten, 22 Euro oder das 2005 bei Klett-Cotta erschienene Standardwerk des Militärhistorikers Rolf-Dieter Müller, Der letzte deutsche Krieg. 1939 - 1945, 416 Seiten, 12,95 Euro.

Volker Dahm et al. (Hrsg.), Die tödliche Utopie. Bilder, Texte, Dokumente, Daten zum Dritten Reich (Dokumentation Obersalzberg, Neuausgabe München 2008), 832 Seiten, 21,95 Euro (in der Ausstellung http://www.obersalzberg.de/ 13,95 Euro).

Wer in anschaulichen Bildern, gut lesbaren Texten und klug ausgewählten Dokumenten begreifen will, wie Adolf Hitlers Deutschland funktionieren und die Welt in den Zweiten Weltkrieg stürzen konnte, dem sei dieses Buch in die Hand gegeben. Auf dem neuesten Forschungsstand führen die Herausgeber den Leser durch die Zeit, in der Deutschland seine dunkelsten Stunden erlebte: vom Scheitern der Weimarer Republik, über den Aufstieg der NSDAP, die Machtergreifung Hitlers und den Aufbau seines Terror-Apparates bis zum Zweiten Weltkrieg. Die Autoren stellen die „Rassenpolitik“ des NS-Regimes ebenso vor wie die Akteure, die sie trugen - aber auch all jene, die sich gegen das NS-Regime erhoben. Eine ausführliche Chronik von 1919-1945, nützliche Register und hervorragende Karten zum Kriegsverlauf runden den Band ab.

Christian Zentner (Hrsg.), Lexikon des Zweiten Weltkrieges mit einer Chronik der Ereignisse von 1939-1945 und ausgewählten Dokumenten (Südwest Verlag, München 1977), 312 Seiten, antiquarisch ab 2,99 Euro und in zahlreichen anderen Ausgaben erhältlich.

Noch immer ist das schon in die Jahre gekommene Lexikon von Christian Zentner eines der besten Nachschlagewerke zum Zweiten Weltkrieg in deutscher Sprache. Mit Stichworten von „A4“, der Abkürzung für Aggregat 4, der offiziellen Bezeichnung der Fernrakete V2 bis „Zwilling“, einem Beinamen des Schleppflugzeuges Heinkel He 111 Z bietet das Lexikon nicht nur Einträge über Waffen und Militärgerät, sondern über alle wichtigen Orte, Personen, Schlachten und Verträge des Zweiten Weltkrieges.



I. C. B. Dear & M. R. D. Foot (Hrsg.), The Oxford Companion to the Second World War (Oxford University Press, Oxford/New York 1995) 1344 Seiten, antiquarisch ab 25 Euro.

Der große amerikanische Bruder zu Zentners Lexikon, von dem es sich vor allem durch ausführliche Darstellungen der am Krieg beteiligten Länder, Literaturhinweise und Kartenmaterial abhebt.

Daniel Costelle/Isabelle Clarke, Der Krieg. Menschen im Zweiten Weltkrieg (Bucher Verlag, München 2010) 214 Seiten, 29,95 Euro (DVD der deutschen Filmfassung erschienen bei ARD Video, 16,99 Euro).

2009 wollte das Französische Fernsehen an den 70. Jahrestag des Kriegsbeginns erinnern. Zu diesem Anlass suchten die beiden renommierten Dokumentarfilmer Daniel Costelle und Isabelle Clarke nach einem neuen Weg, den Weltenbrand zu erzählen. Dabei herausgekommen ist eine hervorragende sechsteilige Dokumentation, die den Krieg so zeigt, wie ihn die Menschen damals erlebt haben: auf Augenhöhe und in Farbe. Genau diese bisher unpublizierten - behutsam in den originalen Tönen der damaligen Farbfilme nachkolorierten - Bilder sind es auch, die den nun auf Deutsch erschienenen Begleitband zur Serie so einmalig und absolut empfehlenswert machen. Leider gilt diese Qualität nicht immer für die Texte des Buches, die sich manches Mal im Ton vergreifen (etwa bei der Darstellung des Phänomens Rassismus, S. 200) oder in die Irre führen (Die „Einsatzgruppen“ des „Reichsführers SS“ Heinrich Himmler folgten der Wehrmacht bereits im September 1939 nach Polen, nicht erst im Oktober, S. 33. Die Deutschen starteten die „V2“ keineswegs - wie es hier scheint - nur von deutschen Küsten aus, S. 202).


VORABEND DES KRIEGES - DER VERLORENE FRIEDEN

Mark Mazower, Der dunkle Kontinent. Europa im 20. Jahrhundert (Alexander Fest Verlag, Berlin 2000) 640 Seiten, antiquarisch ab ca. 46 Euro.

Der Londoner Geschichtsprofessor Marzower zeigt in seinem glänzend geschriebenen Buch, wie es dazu kommen konnte, dass die Friedensordnung, die die Siegermächte des Ersten Weltkriegs auf den Pariser Konferenzen 1919 schufen, bereits nach wenigen Jahren zerbrach. Und er versucht die Frage zu beantworten, warum der vermeintlich zivilisierte Kontinent Europa zum Experimentierfeld zweier totalitärer Ideologien – des Kommunismus sowie des Nationalsozialismus – werden konnte.


 (Foto von: UTB Stuttgart)
© UTB Stuttgart

Walther L. Bernecker, Europa zwischen den Weltkriegen 1914 - 1945 (Handbuch der Geschichte Europas – Band 9; UTB, Stuttgart 2002) 570 Seiten, 24,90 Euro.

Die Einzelheiten, die Mazower in seiner souveränen Gesamtschau häufig voraussetzt, nennt Bernecker in seinem Überblickswerk. Sein Buch ist nach Staaten aufgeteilt und stellt deren Entwicklung vom Ersten Weltkrieg, über die problembeladene Zwischenkriegszeit bis hin zum Zweiten Weltkrieg dar. Faszinierend zu lesen ist vor allem, wie sehr sich die Zwangslagen der europäischen Länder nach 1918 ähneln: Die Wirtschaftskrisen, die zahlreichen nationalen Minderheiten, die vielen zusammenbrechenden Demokratien, die der gewaltigen Schwierigkeiten nicht mehr Herr und von diktatorischen Regimes ersetzt wurden.



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