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GEO EPOCHE Nr. 34 - 12/08 - Die Germanen › Bestellen - Heft mit DVD vergriffen - › Abonnieren

Germanen: Die Germanen: Buchtipps

Empfehlungen der GEOEPOCHE-Redaktion für eine vertiefende Lektüre


DIE GERMANEN NACHGESCHLAGEN


Heinrich Beck & Heiko Steuer & Dieter Timpe, Germanen, Germania, germanische Altertumskunde (Studienausgabe des Reallexikons der Germanischen Altertumskunde, De Gruyter, Berlin/New York 1998), 258 Seiten, 19,95 Euro.
Am "Reallexikon der Germanischen Altertumskunde" kommt keiner vorbei, der sich näher mit der Geschichte der Germanen beschäftigt. Der Studienband der 1911 begonnenen und mittlerweile auf 35 Bände angewachsenen Lexikonreihe (Preis pro Band: 298 Euro) umfasst den zentralen Artikel „Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde“. Dieser gibt einen kontroversen Überblick über den Forschungsstand zu Geschichte, Sprache und Kultur der Germanen – hochseriös, aber im Stil extrem schwergängig und geradezu: altertümlich.


 (Foto von: Oldenbourg Verlag)
© Oldenbourg Verlag

Walter Pohl, Die Germanen (Oldenbourg, München 2004), 160 Seiten, 19,80 Euro.
Der 57. Band der "Enzyklopädie Deutscher Geschichte" bietet ebenfalls kein Lesevergnügen. Walter Pohl wendet sich an Menschen, die wirklich und wahrhaftig an der Forschungsdiskussion interessiert sind. Wie in der Reihe üblich, ist das Werk dreigeteilt: Vorneweg liefert der Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Wien einen knappen Überblick über die Geschichte und Kultur der „Germania“ vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. Der Schwerpunkt liegt auf den römisch-germanischen Konfrontationen und ethnischen Verhältnissen. Themen wie Schrift, Religion und Alltagsleben spart der Autor leider komplett aus bzw. geht darauf erst im Abschnitt zum Stand der Forschung ein. Wer eigenständig weiterarbeiten und Quellenstudium betreiben will: Das Buch "Die Germanen" schließt mit einer übersichtlichen Zusammenstellung der relevanten Quellen und Literatur.

Ernst Künzl, Die Germanen. Geheimnisvolle Völker aus dem Norden (Theiss, Stuttgart 2008), 160 Seiten, 29,90 Euro.
Weitaus eingängiger entführt der einstige Direktor der römischen Abteilung im Römisch-Germanischen-Zentralmuseum zu Mainz den Leser in die germanische Vergangenheit. In opulent bebilderten Kapiteln und mit zahlreichen Zitaten aus damaliger Zeit erzählt Künzl anschaulich vom Leben von Stämmen wie den Kimbern und Teutonen, den Cheruskern, Markomannen, Goten und Vandalen, Alamannen und Franken, von ihrem Alltag, ihren Glaubensvorstellungen - und ihrer Kunst.


 (Foto von: Siedler)
© Siedler

Herwig Wolfram, Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter (Siedler, Berlin 1990), 476 Seiten, 64 Euro.
Reich (schwarz-weiß) bebilderte Schneise durch jene Jahrhunderte, in denen aus der alten Mittelmeerwelt das abendländisch-christliche Europa erwuchs. Eingängig geschrieben, gerade auch dort, wo der Autor Funken aus der historiographischen Reflexion schlägt.

Herwig Wolfram, Die 101 wichtigsten Fragen - Germanen (C.H. Beck, München 2008), 160 Seiten, 9,95 Euro.
Knapp, fundiert und kurzweilig zugleich antwortet Wolfram, emeritierter Geschichtsprofessor in Wien, auf so grundsätzliche Fragen wie: Wussten die Germanen, dass sie Germanen waren? Oder: Wie sahen die Germanen aus? Dabei widerlegt er viele noch immer weit verbreitete Klischees – so haben nicht alle Germanen lange Bärte getragen. Und die angebliche Herkunft der Goten aus Skandinavien ist ein Mythos.



 (Foto von: Campus)
© Campus

KIMBERN UND TEUTONEN - DIE KRIEGER AUS DEM NORDEN


Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen (Campus Verlag, Frankfurt a. M. 2005), 296 Seiten, 19,90 Euro.
Die spärlichen Fakten, die über die Frühzeit der Germanen von etwa 600 bis 50 v. Chr. bekannt sind, präsentiert Krause in unterhaltsamer und verständlicher Weise. Beinahe alles, was wir heute wissen, haben griechische und römische Autoren geschrieben, die von einem unwirtlichen Land berichteten und für dessen Bewohner noch nicht einmal einen Namen fanden – auch nicht, als Kimbern und Teutonen 120 v. Chr. das Imperium angriffen und die Römer damit zum ersten Mal direkten Kontakt mit den Barbaren aus dem Norden hatten. Bis der Feldherr Gaius Julius Caesar um 50 v. Chr. kurzerhand alle Stämme rechts des Rheins zu Germanen erklärte, obwohl diese kaum mehr als die Sprache gemeinsam hatten.


VARUSSCHLACHT - MARSCH INS VERDERBEN


Lutz Walther (Hrsg.), Varus, Varus! Antike Texte zur Schlacht im Teutoburger Wald (Reclam, Ditzingen 2008), 160 Seiten, 4,80 Euro.
Bis heute sind die Texte jener römischer Autoren, die die dramatischen Ereignisse im „saltus Teutoburgensis“ beschrieben, in der Wissenschaft heftig umstritten – und bleiben doch die wichtigsten Quellen zur Varusschlacht. Wer die Katastrophe des Jahres 9 n. Chr. aus erster Hand nacherleben will, ist mit diesem zweisprachigen Bändchen bestens bedient. Neben sorgsam zusammengestellten Quellen bietet Herausgeber Lutz Walther einen lesenswerten Überblick zum aktuellen Stand der Forschung.


 (Foto von: C. H. Beck)
© C. H. Beck

Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald. Arminius, Varus und das römische Germanien (C.H. Beck, München 2008), 253 Seiten, 18,90 Euro.
Ein weiterer Lichtblick in der Flut der Neuerscheinungen zur Varusschlacht, die sich 2009 zum 2000. Male jährt. Der Tübinger Althistoriker und Archäologe Wolters gilt als einer der besten Kenner der römisch-germanischen Beziehungen und ist mit den historischen, philologischen und archäologischen Quellen zur Katastrophe gründlich vertraut. Sein Buch erhellt die Vorgeschichte, den Verlauf und die Nachwirkungen der Varusschlacht - sowie die Jahrhunderte lange Suche nach dem Kampfort, die für Wolters trotz der zahlreichen Funde in Kalkriese keineswegs abgeschlossen ist.

Rainer Wiegels (Hrsg.), Die Varusschlacht. Wendepunkt der Geschichte? (Theiss, Stuttgart 2007), 132 Seiten, 24,90 Euro.
Was geschah im Jahr 9 n. Chr. in den Wäldern westlich der Weser? Wo fand die Varusschlacht statt? Welche Ursachen und Folgen hatte der Kampf zwischen Römern und Germanen? Der in Osnabrück lehrende Althistoriker und Archäologe Rainer Wiegels forscht seit Jahren zu der legendären Schlacht. In dem von ihm herausgegebenen Sammelband zeichnet er selbst die Genese eines Mythos nach: der Annahme, der Sieg des Cheruskerfürsten Arminius sei von welthistorischer Bedeutung gewesen. Zudem bietet das Buch eine Zusammenfassung der aktuellen archäologischen Erkenntnisse zum vermeintlichen Schlachtfeld bei Kalkriese und zu einstigen Römersiedlungen in Germanien – zwar in trocken-wissenschaftlichem Duktus, aber dafür mit vielen Abbildungen und Karten.


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