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GEO EPOCHE Nr. 29 - 02/08 - Der Dreißigjährige Krieg › Bestellen - Heft mit DVD vergriffen - › Abonnieren

Der Dreißigjährige Krieg: Buchtipps

Empfehlungen der GEOEPOCHE-Redaktion für eine vertiefende Lektüre


DER DREISSIGJÄHRIGE KRIEG - NACHGESCHLAGEN

Johannes Burkhardt, Der Dreißigjährige Krieg (Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1992) 308 Seiten, 11 Euro.
Der Dreißigjährige Krieg ist die Summe aller Krisen seiner Zeit. Er ist ein "Teutscher Krieg", ein europäischer Krieg, ein Krieg um Politik und Religion. In ihm kulminieren Streitigkeiten, die seit Jahrzehnten gären im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und in dessen Nachbarstaaten. Chronologisch kann man diesen Krieg erzählen, und viele haben es auch getan. Der Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Frühen Neuzeit in Augsburg, Prof. Dr. Johannes Burkhardt, nähert sich dem Thema dagegen thematisch, mit übergeordneten Fragen an den Krieg der Kriege: War er ein Staatenbildungskonflikt? Ein Religionskrieg? Wer war beteiligt? Und - warum? Eine Fundgrube, jedoch nur für Leser, denen der Ablauf des kriegerischen Hin- und Hers wenigstens annähernd bewusst ist.


 (Foto von: C. H. Beck)
© C. H. Beck

Georg Schmidt, Der Dreißigjährige Krieg (C. H. Beck, München 2006) 124 Seiten, 7,90 Euro.
Zwischen 1618 und 1648 verheert ein mörderischer Konflikt um Macht und Glauben das Heilige Römische Reich deutscher Nation, wie ihn Europa in diesen Dimensionen noch nie erlebt hat: der Dreißigjährige Krieg, in dem Protestanten und Katholiken um politische und religiöse Privilegien ringen, fordert Millionen Tote, bringt Hunger und Elend, entvölkert ganze Landstriche. Dennoch gelingt es Diplomaten, ihn zu beenden. Mit dem größten Friedenskongress der Neuzeit, der nichts weniger legt, als die Grundfesten für die Zukunft Europas. Das Wichtigste in aller Kürze zu diesem Krieg der Kriege bietet Georg Schmidt, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Jena, in seinem Bändchen aus der Beck'schen WISSEN-Reihe: Von der Vorgeschichte des Konfliktes und den Prager Fenstersturz über die einzelnen Phasen des Krieges bis zum Westfälischen Frieden. Besonders lesenwert das Kapitel VI. "Wandel oder Stillstand durch Krieg?" in dem die Welt der Soldaten, der "Alltag" und die Folgen dieses gewaltigen Konfliktes beschrieben und beziffert werden. Der beste Einstieg in die komplexe Materie.

Klaus Bußmann & Heinz Schilling (Hrsg.), 1648. Krieg und Frieden in Europa (München 1998) Ausstellungskatalog und zwei Textbände, zusammen weit mehr als 1000 Seiten, wenn Sie Glück haben antiquarisch erhältlich. Zumindest die Texte des Ausstellungskataloges gibt es allerdings auch online unter www.lwl.org.
350 Jahre Westfälischer Frieden. Das war dem Europarat 1998 eine gewaltige Ausstellung in Münster und Osnabrück wert. Das zu diesem Anlass von zwei ausgewiesenen Kennern der Frühen Neuzeit herausgegebene Katalogwerk zählt zu dem besten, was in jüngster Vergangenheit über den Dreißigjährigen Krieg geschrieben worden sein dürfte. Reich bebildert schildert der Ausstellungskatalog den großen Krieg in allen Facetten, stellt die wichtigsten Protagonisten vor, die Folgen für das römisch-deutsche Reich, die Auswirkungen für Europa. Die beiden Textbände widmen sich den Themen "Politik, Religion, Recht und Gesellschaft" (Textband I) sowie "Kunst und Kultur" (Textband II). Auch hier zeichnen sich die Beiträge nicht nur durch hohe Kompetenz aus, sondern vor allem durch gute Lesbarkeit. Sollten Sie den Ausstellungskatalog im Antiquariat erspähen, zögern Sie nicht. Kaufen Sie!



STURZ IN DIE KATASTROPHE

Hans Sturmberger, Aufstand in Böhmen: Der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs (Janus-Bücher, München/Wien/Oldenburg 1959) 103 Seiten, antiquarisch erhältlich, ab 28 Euro.
Der schmale Band des österreichischen Historikers Hans Sturmberger ist trotz seines Alters von nunmehr fast 50 Jahren das Standardwerk zum Fenstersturz von Prag am 23. Mai 1618. Eng an den Quellen, detailliert und in einer geradezu barocken Sprache schildert der einstige Honorarprofessor für Neuere Geschichte an der Universität Salzburg die politischen und religiösen Konstellationen am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges. Ein Muss für jeden, der verstehen will, warum ein so lokales Ereignis wie der Fenstersturz das religiöse Pulverfass Europa zur Explosion bringen konnte.



 (Foto von: Cambridge University Press)
© Cambridge University Press

JAGD AUF DIE SILBERFLOTTE

Maarten Prak, The Dutch Republic in the Seventeenth Century. The Golden Age (Cambridge University Press, Cambridge 2005) 332 Seiten, 59,99 Euro.
Umfassend, profund - dabei lebendig und mit Sinn für Alltag und Details. Mit leichter Hand schlägt der Utrechter Historiker den Bogen vom Verfassungswirrwarr der Vereinigten Niederlande über Malerei und Technikgeschichte bis zum Auskommen einer Handwerkerwitwe.


 (Foto von: Oxford University Press)
© Oxford University Press

Jonathan Israel, The Dutch Republic. Its Rise, Greatness, and Fall 1477 - 1806 (Oxford University Press, Oxford 1995) 1231 Seiten, 45 Euro.
Das Standardwerk zur Geschichte der niederländischen Händlerrepublik für alle, die es ganz genau wissen wollen. Tipp: in die Bibliothek gehen.

Michael North, Geschichte der Niederlande (C. H. Beck, München 2003) 132 Seiten, 7,90 Euro.
Der schnelle Zugriff zum Thema auf Deutsch. Seriös, solide, leserfreundlich.

Michael G. De Boer, Piet Heyn en de Zilveren Vloot (van Kampen & Zoon, Amsterdam 1946) 146 Seiten, antiquarisch ab ca. 20 Euro etwa bei www.zvab.com.
Über den niederländischen Nationalhelden sind zwar einige Bücher erschienen. Doch dieses ist die einzige echte Biografie des Kaperadmirals, dem es gelang, die spanische Silberflotte aufzubringen. Allerdings auf Niederländisch und aus calvinistischer Sicht.

Robert F. Marx, The Capture of the Treasure Fleet. The Story of Piet Heyn (David McKay, New York 1977) 276 Seiten, antiquarisch ab ca. 20 Euro etwa bei www.zvab.com.
Wie lebte und segelte es sich auf den Silber-Galeonen? Wer waren die Jäger? Was trieb Piet Heyn? Die detailsatte Erzählung des professionellen Wracktauchers Marx spitzt zu, malt aus, nimmt Partei.



DIE MACHT DER SENSATION

Werner Lahne, Magdeburgs Zerstörung in der zeitgenössischen Publizistik (Verlag des Magdeburger Geschichtsvereins, Magdeburg 1931) 274 Seiten, 40 Euro.
Vor dem Hintergrund des Massakers von Magdeburg analysiert Werner Lahne die Entwicklung des zeitgenössischen Pressewesens. Dabei beschränkt er sich nicht auf das neue Format der Zeitungen, sondern stellt die Vielfalt der Publikationen dar - vom anonymen polemischen Flugblatt über religiös gefärbte Schriften bis hin zum Wochenblatt. Aufschlussreich belegt Lahne mit seiner umfassenden Quellensammlung die Dynamik des Publikationswesens und zeigt Querverbindungen zwischen einzelnen Verlegern auf. Trotz der etwas altertümlichen Anmutung, die durch die vielen Zitate noch verstärkt wird, ist Lahnes Untersuchung durchaus lesenwert und bleibt bis heute die unersetzliche Arbeit zum Thema.


 (Foto von: UVK Medien)
© UVK Medien

Frauke Adrians, Journalismus im 30jährigen Krieg. Kommentierung und „Parteylichkeit" in Zeitungen des 17. Jahrhunderts (UVK Medien, Konstanz 1999) 198 Seiten, 19 Euro.
In übersichtlicher und knapper Form bündelt Frauke Adrians die Geschichte und Struktur des Pressewesens in der Frühen Neuzeit zu einem Standardwerk. Sie beschreibt die Entwicklung, die Macher, die Leser und die politischen Grundlagen und verschafft so einen sehr lesbaren und umfassenden Überblick. Einen besonderen Akzent setzt die Autorin mit dem Kapitel über zeitgenössische Zeitungskritiker, die sich bereits im 17. Jahrhundert zahlreich mit dem Phänomen des Sensationsjournalismus und der Qualität der Druckwerke befassen. Abgerundet wird das Werk durch eine ausführliche Analyse mehrerer wichtiger Zeitungen jener Epoche.




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