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Saphir-Fieber auf Madagaskar

Seit vor acht Jahren ein Hirte einen funkelnden Saphir im Sand fand, kommen in Ilakaka auf Madagaskar täglich Busse mit neuen Glücksrittern an. Alle hoffen darauf, in den Steinbrüchen den einen großen Saphir zu finden, der sie reich macht.


Als Saphirschürfer braucht man Glück und ein geübtes Auge: Sehr genau muss Nava schauen, um die wertvollen Steine zwischen den Kieseln zu entdecken (Foto von: MedienKontor)
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Als Saphirschürfer braucht man Glück und ein geübtes Auge: Sehr genau muss Nava schauen, um die wertvollen Steine zwischen den Kieseln zu entdecken

Ein Film von Alix François Meier

Noch vor zehn Jahren war Ilakaka ein unbedeutendes Dorf, so wie es viele in Madagaskar gibt. An der einzigen, unbefestigten Straße reihten sich die Lehmhütten der Rinderzüchter, Fremde kamen nur selten vorbei. Heute dreht sich in Ilakaka alles um Edelsteine, die Stadt hat schätzungsweise 30.000 Einwohner und täglich werden es mehr. Seit vor acht Jahren ein Hirte im Staub einen glitzernden Saphir fand und über Nacht ein reicher Mann wurde, kommen täglich Busladungen neuer Glücksritter, in der Hoffnung, ein Stück vom Reichtum abzubekommen.

Bleiben wolle er nicht in dieser Stadt, sagt Nava Razafimaneky, und es ist ihm nicht zu verübeln: Ilakaka ist kein Ort, den sich ein Familienvater aussucht, um mit seiner schwangeren Frau und zwei Kindern ein neues Leben zu beginnen. Seit im roten Staub der Savanne vor acht Jahren Saphire gefunden wurden, erlebt das Dorf einen riesigen Boom. Anfangs kamen die Schürfer, dann Saphirhändler und Lebensmittelverkäufer, schließlich folgten Barbesitzer und Prostituierte. Zwischenzeitlich galt Ilakaka als eines der gefährlichsten Pflaster Madagaskars – bis die Regierung einen Polizeiposten eröffnete.

Bis heute strömen die Glücksritter zahlreich nach Ilakaka – angezogen von den bis zu dreißig Meter tiefen Steinbrüchen, in denen jeder hofft, auf Saphire zu stoßen. Auch Nava Razafimaneky ist in der Hoffnung auf einen großen Fund gekommen. In seinem Heimatdorf lebte er als Bauer, konnte seine Familie kaum ernähren. Sein Ziel ist es, in zwei Jahren so reich zu sein, dass er sich eine Herde von fünfzig Rindern kaufen und als reicher Mann in sein Dorf zurückkehren kann. Mit der Hilfe seines Onkels Rengase findet die junge Familie eine Hütte, in der sie anfangs leben kann.

Nava darf in einem alten Steinbruch sein Glück zu versuchen, nur mit einer Schaufel und seiner Muskelkraft. Doch spätestens als fremde Arbeiter ihm sein Schürfrecht streitig machen, begreift er, dass auch sein neues Leben nicht einfach wird. Nava lässt sich nicht entmutigen. Wie die meisten Männer schaufelt er Tag für Tag tonnenweise Erde um und wäscht sie im Fluss aus. Meist kommen im Sieb nur Kieselsteine zum Vorschein. Aber hin und wieder ist das ersehnte blaue Funkeln zu sehen – und dann scheint es gar nicht mehr so unwirklich, dass auch Nava seinem Traum von einer gesicherten Zukunft ein Stück näher kommt.

360° - GEO Reportage begleitet einen von ihnen bei seiner Suche nach dem großen Glück.





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