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Palawan, das Dorf der Gefangenen

Gefängnisinsel: Die Iwahig-Strafkolonie auf der philippinischen Insel Palawan ist selbst unter Schwerverbrechern gefürchtet. Doch wer sich gut hält, darf mitsamt seiner Familie ins Freiheitsdorf ziehen. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (22. Oktober) um 19.30 Uhr und Sonntag (23. Oktober) um 14 Uhr



 © Medienkontor

Ein Film von Carmen Butta

Palawan – ein Inselparadies der Philippinen. Doch hinter weißen Stränden, Korallenriffen und Palmen verbirgt sich seit über hundert Jahren eine grüne Hölle: die Iwahig-Strafkolonie. Auf dem 28.000 Hektar großen Areal im gebirgigen Inneren Palawans verbüßen Schwerverbrecher ihre Strafen. Viele der Männer sind mehrfache Mörder. Sie bleiben hier Jahrzehnte und wissen: Wer sich in Iwahig nicht an die Regeln hält, kommt in die feuchte, dunkle Zelle des Hochsicherheitstraktes. Lawrence Ponciano ist privilegiert. Der dreifache Mörder lebt seit 21 Jahren mit seiner Familie im sogenannten Freiheitsdorf der Strafkolonie. "Mein Vater ist ein liebevoller Mensch, und ich hatte hier eine glückliche, normale Kindheit", sagt Lawrence 16jährige Tochter Cathryn, die seit ihrer Geburt im Gefängnis lebt.


Iwahig – ein Gefängnis, verborgen im Tropenparadies der philippinischen Insel Palawan mit über 1.500 Häftlingen (Foto von: MedienKontor)
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Iwahig – ein Gefängnis, verborgen im Tropenparadies der philippinischen Insel Palawan mit über 1.500 Häftlingen

Lebenslänglich hinter Gittern – das war das Urteil vor 19 Jahren, nachdem Rogelio Teves einen Verwandten mit der Machete getötet hatte. Es war eine Form von Notwehr, sagt er selbst. Bald nach dem Urteil zog seine Frau mit den drei Söhnen zu einem anderen. Rogelio verbringt sein Leben seitdem in Iwahig – einem besonderen Gefängnis, in dem die meisten Wächter selbst Häftlinge sind. Dichter Regenwald umgibt die Strafkolonie. Ein natürlicher Schutzwall, der Mauer und Zäune überflüssig macht. Wer von hier fliehen will, kann allein kaum überleben. Zum Gefängnis wurde die tropische Idylle Ende des 19. Jahrhundert, als die spanischen Kolonialherren politische Aufständische nach Iwahig verbannten. Doch erst 1904, zur Zeit der amerikanischen Besatzung, gründete das US-Militär hier eine Strafkolonie für Unabhängigkeitskämpfer und zwang sie, zur Selbstversorgung die Felder zu beackern. Damals trugen die Häftlinge noch Ketten. Heute wohnen und arbeiten hier sogenannte "Minimum-Insassen" kaum unbewacht.

Doch auch in Iwahig ist das Leben keineswegs so paradiesisch, wie es von außen wirkt. Gewalt bricht immer wieder aus. Und jeder muss für sein Überleben selbst sorgen. Nur monatlich 45 Pesos - soviel wie zwei Packungen Instant-Nudeln kosten - zahlt der Staat jedem Gefangenen. Wer Geld, eine bessere Arbeit oder einen wichtigen Posten hat, bekommt in Iwahig ein Bett. Wer, wie Rogelio, zur unteren Kaste der Gefangenenhierarchie gehört, dem bleibt nur ein Stück Pappe auf dem Boden. Doch nun scheint sich das Blatt für ihn zu wenden. Wegen guter Führung könnte er schon bald in den Freiheitstrakt von Iwahig verlegt werden. Dort, in der tropischen Natur, würde nicht nur ein Bett auf ihn warten, sondern auch eine Arbeit, die ihm das zurückgeben könnte, was er im Gefängnis lange verloren glaubte – seine Würde.

360° - GEO Reportage hat die Strafkolonie auf Palawan besucht.


Programmübersicht
  • › www.arte.tv

    Mit weiteren Informationen zu GEO-Filmen (Links, Buchtipps, Video-Kurzfassung u.a.)

Wiederholungen:
sonntags um 14 Uhr


23.10.2011: Palawan, das Dorf der Gefangenen
30.10.2011: Der Andenkondor, König der Lüfte


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