Hauptinhalt
GEO.de Seite 1 von 1


Die Minensucher von Kabul

Afghanistan: Ein Deutscher sucht mit seinem Team und 180 Spürhunden die Umgebung Kabuls nach Minen ab


 (Foto von: MedienKontor)
© MedienKontor
Foto vergrößern

Cora zerrt an ihrer Leine. Mit der Nase tief über dem Boden, schnüffelt die deutsche Schäferhündin über den kargen Feldboden. Abdul, der afghanische Halter, folgt ihr auf dem Fuß. Plötzlich hält Cora inne, wittert etwas, bellt kurz und setzt sich hin. Sofort bleibt auch Abdul stehen. Jeder weitere Schritt wäre lebensgefährlich. Tief in die Erde gegraben liegt eine vergessene Landmine. Ein falscher Tritt, und sie wird explodieren - nirgendwo sonst auf der Welt liegen derzeit mehr versteckte Sprengkörper als in Afghanistan.

Über 2000 von den Sowjets hinterlassene Landminen hatte die Kompanie von Mario Boer bereits aufgespürt und entschärft, als die USA Afghanistan angriffen. Danach mussten alle Gebiete, die der Berliner Sicherheitsexperte in den letzten drei Jahren zusammen mit dem MDC (Mine Detection Dog Center) geräumt hatte, neu abgesucht werden. Für die Aufgabe, die in den nächsten Jahren auf Boer und seine einheimischen Helfer zukommt, reichen die 180 Minensuchhunde nicht aus. In Afghanistan setzt man große Hoffnung auf die gut trainierten Hunde aus Deutschland. Mario Boer bildet Hunderte Afghanen zu Hundeführern aus und lehrt sie, Welpen innerhalb von 18 Monaten zu Minenspürhunden abzurichten. Sind die Hunde dann so weit, beginnt für sie und ihre Führer eine Sisyphusarbeit: Zentimeter für Zentimeter wird das Gelände abgesucht, die Minen liegen überall.

Die Tiere sind sechs Stunden täglich im Einsatz. Haben sie Sprengstoff gerochen, setzten sie sich hin. Das nachfolgende Räumungspersonal gräbt die Minen mit der Hand aus und entschärft sie. Zehn Millionen Minen sollen vor dem 11. September 2001 in Afghanistan vergraben gewesen sein. Jetzt kommen noch Hunderttausende nicht detonierter Streuminen hinzu. Schätzungsweise 15 Jahre wird es dauern, bis Afghanistan von den vergrabenen Gegnern befreit ist.

360° - Die GEO-Reportage begleitet die Minenhundsuchtruppe von Mario Boer bei seiner gefährlichen Arbeit in den Minenfeldern Afghanistans und beobachtet das Training und die Ausbildung der Suchhunde.


Mehr zu "Die Minensucher von Kabul"




Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Kommentare zu "Die Minensucher von Kabul"

edmunic | 24.02.2012 20:50

ich interessiere mich für diese Tätigkeit, Berufung was auch immer. bin weiblich, 54, Idealistin, Realistin und unabhängig genug um diese Arbeit auszuführen. Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, bzw. wo gibt es die Möglichkeit einer Ausbildung/Weiterbildung?
Beitrag melden!

GEO im Abo

Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!