Hauptinhalt
GEO.de Seite 1 von 1


Die Minenratten von Tansania

Riesenratten werden Lebensretter – Die speziell abgerichteten Tiere sind mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn in der Lage sind, den Sprengstoff TNT zu erschnüffeln und spüren in Mosambik Anti-Personen-Minen auf


Die Gambia-Riesenhamsterratte pflanzt sich in Gefangenschaft nur schwer fort. Im Forschungszentrum Apopo wird der Nachwuchs von den Pflegern mit viel Sorgfalt und Zuneigung großgezogen und ausgebildet. Ronaldinho steht eine Karriere als Minenratte bevor (Foto von: MedienKontor)
© MedienKontor
Foto vergrößern
Die Gambia-Riesenhamsterratte pflanzt sich in Gefangenschaft nur schwer fort. Im Forschungszentrum Apopo wird der Nachwuchs von den Pflegern mit viel Sorgfalt und Zuneigung großgezogen und ausgebildet. Ronaldinho steht eine Karriere als Minenratte bevor

Ein Film von Laurent Cistac

Tansania. Ein Mann geht langsam über ein Feld und redet auf ein graues Tier zu seinen Füßen ein. Was da mit Brustgurt und Leine vor ihm läuft, ist kein gewöhnliches Haustier, sondern eine 80 Zentimeter lange und 1,5 Kilogramm schwere Ratte - eine Riesenhamsterratte. Wie überall auf der Welt haben auch die Menschen in Afrika eine Abscheu vor den Tieren; dass sich das gerade ändert, ist dem Wissenschaftler Bart Weetjens zu verdanken. Er hat entdeckt, dass die Ratten mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn in der Lage sind, den Sprengstoff TNT zu erschnüffeln – eine Hoffnung für den afrikanischen Kontinent, wo noch Millionen Antipersonenminen im Boden verstreut liegen. Die heimtückischen Waffen fordern jährlich bis zu 20.000 Opfer.

Im Forschungszentrum der nichtstaatlichen Organisation APOPO in Tansania herrscht helle Aufregung: Wieder hat eine Rattenmutter Junge geworfen - ein Riesenerfolg bei in Gefangenschaft lebenden Tieren. Schnell zeigt sich, dass einer der Rattenwelpen besonders aufgeweckt ist. Bart Weetjens, Initiator des Projekts, gibt ihm den Namen Ronaldinho, nach dem auch in Afrika verehrten Fußballidol. In nur wenigen Wochen lernt das intelligente Tier, unter verschiedenen Proben aus Kaffee, Tee und anderen Stoffen das gefährliche TNT heraus zu schnüffeln. Dies ist der Stoff, aus dem die ca. 110 Millionen Antipersonenminen hergestellt sind, die weltweit noch sprengbereit im Boden lauern. Das Training mit Ronaldinho basiert auf der Reiz-Reaktions-Methode. Hat der Nager die richtige Probe entdeckt, bedient sein Trainer ein kleines akustisches Signal in Form eines "Klickers". Sofort danach bekommt der kleine Lehrling eine Belohnung in Form vom Bananenbrei - eine Delikatesse für Ratten.

Monate später ist es dann endlich soweit: Ronaldinho besteht seine Prüfung und darf als echte Minenratte zu seinem ersten Einsatz nach Mosambik fliegen. Seine Arbeit trägt dazu bei, die von Minen verseuchten Gebiete wieder für Menschen zugänglich zu machen. Die etwa 80 Zentimeter langen und bis zu 1,5 Kilogramm schweren Riesenhamsterratten sind die neuen Helden Afrikas. Und Bart Weetjens hat noch große Pläne mit den intelligenten Nagern. Doch zuerst muss Ronaldinho beweisen, dass sich seine Ausbildung gelohnt hat und er die Minen auch auf dem freien Feld erschnüffeln kann.

"360° - GEO Reportage" begleitet eine Ratte von ihrer Geburt über das monatelange Training bis zu ihrem ersten Einsatz auf einem Minenfeld in Mosambik.




Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Kommentare zu "Die Minenratten von Tansania"

Vollmeier Herbert | 25.03.2009 17:52

Da ich selbst Rattenbesitzer bin und sehe wie die Tierchen Intelligent sind und keine Scheu haben,habe ich mir den Film über die Riesenratten angesehen und mir hat Ronaldinhio sehr gut gefallen.Ausserdem ist diese Arbeit sehr wichtig und sinnvoll.Weiter so.Ach ja wo kann man so ein Tier vermittelt bekommen?Ich würde gerne ein Weibchen aufnehmen und zu meinen anderen Ratten dazusetzen.Vielen Dank und macht so weiter. Beitrag melden!


Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!