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360° - Die GEO-Reportage: Die Bernsteintaucher

In der Ostsee vor Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, werden 90 Prozent der weltweiten Bernsteinvorkommen gefördert: unter abenteuerlichen Bedingungnen - und oft illegal


Die Taucher sind die "Elite" der Bernsteinjäger. Sie trotzen selbst den Gefahren der winterlichen Ostsee (Foto von: MedienKontor)
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Die Taucher sind die "Elite" der Bernsteinjäger. Sie trotzen selbst den Gefahren der winterlichen Ostsee

Einige hundert Meter von der Küste entfernt gleiten die Taucher in das eiskalte Wasser der Ostsee. Von morgens bis abends tasten sie im trüben Wasser zwischen Sand und Fels nach kleinen Brocken, die deutlich leichter sind als das übrige Geröll. Ihre Schwimmanzüge stammen aus Armeebeständen, ihre Boote sind alles andere als hochseetüchtig. So arm ihre Ausrüstung, so begehrt ist ihre Ausbeute.

Pawel Fedotov ist besser ausgestattet als die meisten anderen der 40 Taucher: Er besitzt auf seinem Boot sogar ein Echolot, mit dessen Hilfe er die Senken im Meer findet, wo sich die Steine bei stürmischen Wetter ansammeln. Mit Glück kann er mit seinem Netz an einem Tag bis zu zwei Kilo Bernstein bergen. See-Bernstein ist zwar meist kleiner, aber auch begehrter als jener aus der Erde: Er ist sehr klar, rund geschliffen von Sand und Wellen und konserviert vom Salz. Erd-Bernstein dagegen ist schrundig, außen stark oxidiert und von einer Borke umgeben. Aber weit über 90 Prozent der gefundenen Steine sind nur wertlose Krümel - gerade ausreichend, um geschmolzen und zu Pressbernstein verarbeitet zu werden. Der Rest aber kann zu Schmuck verarbeitet werden.


Das fossile Harz stammt aus subtropischen Wäldern, die sich vor über 50 Millionen Jahren von Skandinavien bis zum Baltikum erstreckten (Foto von: MedienKontor)
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Das fossile Harz stammt aus subtropischen Wäldern, die sich vor über 50 Millionen Jahren von Skandinavien bis zum Baltikum erstreckten

Pro Kilo verdient Pawel Fedotov rund 100 USD - natürlich am Schwarzmarkt. Offiziell darf nur der Staat Bernstein fördern und verkaufen. Doch die Region Kaliningrad ist bettelarm, seit die Sowjetindustrie zusammengebrochen ist. Die Küstenregion zwischen Polen und Litauen ist zu einem Schmugglerparadies geworden, in dem die schlecht bezahlte Polizei für ein paar hundert Rubel gern ein Auge zudrückt. Das Gold der Ostsee ist für viele zu einer wichtigen Einkommensquelle geworden.



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"360° - Die GEO-Reportage" begleitet den Bernsteintaucher Pawel Fedotov beim Tauchgang in der eisigen Ostsee und dem Versuch, die illegale Ware auf den Markt zu bringen.





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