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Fotograf Tobias Walther
Fachhochschule Bielefeld, Nordrhein-Westfalen

*1979 in Suhl/Thüringen

2000 bis 2005 Fotografie Studium FH Bielefeld
2002 bis 2003 Tyler School of Art - Philadelphia, USA
2005 Assistenz bei Nick Waplington - London, England
2005 Diplom - Betreuung Emanuel Raab


2006 Auftragsarbeiten u.a. für "DieZeit", "brandeins"
2006 Agentur/ Repräsentanz "durchdiebank"
2006 Einzelausstellung Galerie61, Bielefeld
2006 Gastvortrag - Prague Summer Program by Western Michigan University - Prag, Tschechien


Like Picking Up The Signal, 2005

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der persönlichen und allgemeinen Suche nach Identität, Raum und Zeit. Als theoretischen Hintergrund zu meiner Arbeit, griff ich auf meine Studie und Recherche über das Absurde Theater von Samuel Beckett und Eugene Ionesco zurück. Deren Auseinandersetzung mit dem Sinn und dem Absurdum des Daseins inspirierte mich sehr.

"In den Großstädten findet man die Wüste, aber eine lärmende Wüste. Ich suche eine wirkliche Wüste, die Einsamkeit. In der Einsamkeit finde ich den Menschen. In den Massen kann ich ihn nicht mehr finden. " (Eugene Ionesco)

Wenn die äußere Welt einem nicht entspricht, zu nervös ist, zu hektisch ist, ist man gezwungen sich eine eigene Realität außerhalb der Alltagswelt zu bauen, einen Ort in sich selbst zu finden, eine verwurzelte Ruhe um darin existieren zu können. Es ist ein Zwang zur Veränderung dieser undurchsichtigen Welt. Neue verlassene Orte finden, an denen Ort und Zeit nicht der äußeren sondern der inneren fühlbaren Realität entsprechen. Eine stolze Einsamkeit um der Masse zu entfliehen. Es ist wie ein Aufräumen und Säubern von den verschiedensten Einflüssen. Man flüchtet in eine Art verlassene Zivilisation die sich im Ruhezustand befindet.

Der Zweck der Arbeit ist das Aufwerfen von Fragen. Fragen erfassen, Fragen verstehen. Die Arbeit dient dazu das Gefühl der Wahrnehmung der Dinge zu vermitteln. Fragmente aus der menschlichen Zivilisation, wie z.B. aus Kultur, persönlichen Erfahrungen oder auch aus Assoziationen des Betrachters, werden benutzt, überliefert und in den Raum bzw. in die Landschaft eingebaut, damit das Verhältnis der Zivilisation und des Menschen zur Landschaft ausgedrückt wird.
Die fotografierten Teile werden aus ihrem Zusammenhang mit der Landschaft bzw. aus ihrem kulturellen Umfeld herausgerissen, Proportionen sind verschoben.
Es entsteht eine Sammlung dieser aus einer verlassenen Welt stammenden Bruchstücke und Überbleibsel, welche neu zusammengesetzt werden. Sprich, eine imaginäre Landschaft der Wahrnehmung, mit Verweis auf Verwandtschaft zur Umwelt durch vertraute doch entfremdete Objekte. Menschenleere, aber vom Menschen geprägte Orte der Phantasie. Eine fiktive Zusammenstellung und eine neue Ordnung einzelner Fragmente.

Die Bilder sind in verschiedenen geographischen und kulturellen Orten entstanden. Die Sehnsucht der Ferne sehe ich nicht als Fortlaufen, sondern als Suche nach Heimat, nach einem inneren Pol. Die Identifikation von Zeit und Ort bleibt aus. Sie sind namenlos. Ich sammle Teilstücke auf diversen Wegen, um herauszufinden, das diese innere Heimat nicht verortbar ist, sondern in einem selber steckt. Die Sammlung dieser Stücke wird gebrochen und durch die instinktive Sprache als neues Tablot zusammengefügt.

Viele der Bilder zeigen das Nichtige, eine Leere, die Wüste in minimalistischer Komposition. Eine leere Konzentration. Nichts Fassbares. Zeitlose, wartende verweilende Zustände. Alle Bilder sind Symbolträger, Metapher und Transformationen. Das begriffliche Denken soll umgangen werden. Sie kombinieren sich zum Rhythmus eines lyrischen Geflechts.

"Like Picking Up The Signal" ist ein geographisch-unabhängiges Gedicht über die Suche nach Identität.

Homepage: http://www.tobiaswalther.com

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Fotos, "Like Picking Up The Signal":


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