Auf dem Weg ins Licht (Schreiber, 27.06.2005)

1. KapitelSo weit man schauen konnte, sah man nur Wasser. Eine leichte Briese erzeugte kleine Wellen, die sich wie in einem Spiel überschlugen. Alles schien so ruhig und so friedlich. Kein einziges Wölkchen bewegte sich am Himmel. Wenn man aber seinen Blick über den Horizont schweifen ließ, sah man einen kleinen winzigen Punkt, weit, weit entfernt, hier am Stillen Ozean, auch Pazifik genannt. Nach einer Zeit lugte schon ein Masten über den Rand und nach und nach kam das ganze Schiff zum Vorschein. Es war ein stolzes Schiff mit dem Namen ?Seebriese". Wie es zu dem diesem Namen kam, wusste keiner so genau, nicht einmal das Schiff selbst. Am Deck der Seebriese schruppte ein Bub den Boden. Die Schultern hingen schlaff hinunter und er machte die Bewegungen nur noch automatisch.

Plötzlich durchbrach ein dumpfe Stimme die Stille: "Pelle, auf meinem Schiff wird nicht gebrodelt, hast du verstanden. Die Küche musst du auch noch putzen. Du hast es schon lange nicht mehr gemacht." "Stimmt nicht Kapitän. Du weist genau, dass ich sie gerade erst vorgestern geschruppt habe" "Auf meinem Schiff dulde ich keine Eiderrede, hast du verstanden. Los putz weiter, aber wehe die, wenn ich dich noch einmal beim Trödeln erwische!" Müde machte sich Pelle wieder an seine schmutzige Arbeit. Es hat den Anschein, als ob er sie bereitwillig tun würde, aber in seinem inneren dachte er noch lange darüber nach: "Warum habe ich mich nur auf diesem Schiff angeheuert. Allein das Gesicht des Kapitäns verratet einem schon alles. Brrr, wie dumm war ich nur damals. Jetzt sind es schon fast 3 Monate her, seit wir von Europa aufgebrochen sind. Ich werde hier wie ein Mädchen für alles behandelt. Dieses schlechten Menschen hier nützen mich gerade zu aus, aber ich muss wohl zugeben, dass auch ich kein besserer Mensch bin. Ich glaube aber, dass es keinen einzigen makellosen Menschen auf dieser Erde gibt, da ja alles Böse ist. Ach wie trostlos ist doch das Leben. Wozu sollte man auch leben, jeder wird ja geboren und muss einmal ?"

Eine strenge Ermahnung von dem Koch riss ihn aus seinen so trostlosen Gedanken: "Aufwachen Pelle, los komm in die Kühe aufputzen, hier strotzt ja nur so alles vor Dreck!" Widerwillig torkelt der müde Bub in die Küche und machte sich an die Arbeit. Nachdem er seine Arbeit spät abends beendete, ging er zu seiner winzigen Kajüte. Als er am Zimmer des Kapitäns vorbeiging, vernahm er höchst beunruhigende Wörter: "Ich glaube, da draußen braut sich ein Sturm zusammen." "Ach, heute war so ein schönes Wetter, warum sollte es sich auf einmal ändern, wo doch der Pazifik als der stille Ozean bekannt ist." "Du weißt doch John, dass es sich sehr schnell ändern kann. Ich würde näher ans Ufer fahren." "Aber Bill, dass wäre doch ein so großer Umweg. Wir haben nicht mehr so viel Proviant. Diesen Zeitverlust können wir uns nicht leisten." "Du hast Recht John?." Pelle blieb wie benommen stehen. Er hat große Angst vor dem Meer. Bis jetzt hatten sie noch keinen Sturm gehabt. Mit zitternden Knien legte sich der Junge ins Bett. Zu seinem Erstaunen schlief er bald ein.

2.Kapitel:"Alle Männer ans Deck!" laut tönte die Stimme durch die Finsternis. Pelle saß plötzlich kerzengerade in seinem Bett. Er wusste nicht sofort wo er war, denn er hatte von zu Hause geträumt. Nach und nach dämmerte es ihm aber, dass er sich auf einem Schiff befand, das mitten in einem Sturm von den hohen Wellen auf und ab gehoben wurde. Schnell zog er sich auf an und trat auf den Gang. ER hatte nicht geringsten im Sinne hinauf zu gehen. Stattdessen versteckte er sich im Rumpf. Gebannt lauschte er dem Donnern und nieder platschen der Wellen. Plötzlich kam ein Schatten auf ihn zu und eine donnernde Stimme sagte: "Pelle, was suchst du hier unten. Habe ich nicht gesagt, dass alle an Deck kommen sollen". Ängstlich duckte sich Pelle tiefer in sein Versteck hinein. Mit zitternder Stimme brachte er seinen Grund dar: "Kapitän, iiiiich haaaabe eine solche AAAAngst." "Patsch" machte es und auf Pelles Wange wurde ein roter, brennender Fingerabdruck sichtbar. "Komm Pelle, ich hoffe, dass dir die Ohrfeige deine Angst ausgetrieben hat. Wir brauchen oben jeden, hast du verstanden, sonst bekommt uns noch das Meer."

Langsam kam Pelle aus seinem Versteck heraus und folgte dem Kapitän auf dem wankenden Weg hinauf aufs schwankende Deck. Oben herrschte ein heilloses Durcheinander: Die einen zogen die Segeln ein und andere pumpten eifrig das Wasser aus dem Schiff hinaus. "Pelle, geh zu den Pumpen am Bug" Mit seinen Händen und Füßen nach Halt suchend machte er sich auf den Weg. Das Wasser, das durch die Wellen immer wieder aufs Deck schwabte, verwandelte, verwandelte es zu einer spiegelglatten Oberfläche. Endlich gelangte er zu seinem Zielort. Er begann zu pumpen, war aber nicht ganz bei der Sache, da er sie Wellen und den beobachtete. Inständig hoffte er, dass diese nachlassen würden, aber der Wind wurde immer stärker und die wellen höher und höher. Das Schiff hüpfte auf ihnen nur noch wie ein Spielball herum. Der Mast begann schon zu ächzen und das Schiff bekam eine bedrohliche Seitenlage. Der Wind blies stärker und stärker uns die Wellen wurden höher und höher. Der Mast knackst und knirschte schon bei jeder Welle und Pelle bekam mehr und mehr Angst.

Besorgt fragte er sich, ob das alles gut ausgehen wird und was wohl passieren würde, wenn das Schiff kenterte. Alleine könnte er sicher nicht überleben, weil er nicht schwimmen konnte. Gedankenvoll starrte er auf die immer höher werdenden Wellen und vergaß dabei weiter zu pumpen. ?Pelle, jetzt ist keine Zeit mehr zum Träumen." Gewaltsam rissen die harten Worte ihn aus seinen Gedanken. Mühevoll machte er sich wieder an die Arbeit. Dann passierte es: Eine riesige Welle hob das Schiff und ließ es dann wieder hinuntersausen Der Mast gab der plötzlich auftretenden Kraft nach und brach übers Schiff zusammen. Es entstanden riesige Löcher, durch die rasch Wasser in das Schiff floss. Die nächste Welle kam schon heran und spülte alle vom Deck herunter. Mitten in dieser befand sich Pelle...

Fortsetzung?

Schreiber hat uns noch zwei weitere Kapitel versprochen. Stimmt ab, wie gut euch die Geschichte bisher gefallen hat.

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