Wie entsteht ein Kinderbuch?

Die besten Texte, die ihr beim Schülerwettbewerb "Alles Alster" einreicht, werden in einem Buch veröffentlicht. Aber wie entsteht eigentlich ein Kinderbuch?
In diesem Artikel
Die Idee wird umgesetzt
Der Autor schreibt das Manuskript
Von der Druckerei in die Buchhandlung

Die Idee wird umgesetzt

Ihr lest gerne? Geht in die Buchhandlung, stöbert ein bisschen herum und sucht euch ein Buch aus? Aber wie kommt das Buch eigentlich in die Buchhandlung? Damit ihr ein Buch lesen könnt, müssen viele Leute aus unterschiedlichen Berufen zusammenarbeiten - aber meistens fängt alles bei einem Autor oder einer Autorin zu Hause an.

Die Idee wird umgesetzt

Der Autor hat eine Idee: Er will ein Kinderbuch schreiben, in dem drei Freunde einen spannenden Kriminalfall lösen müssen. Deshalb wendet er sich an einen Verlag. Die Verlage nehmen die Konzepte der Autoren an und setzen sie zusammen mit ihnen so um, dass Bücher daraus werden. Viele Menschen denken, sie hätten tolle Ideen und könnten Romane schreiben. Den ersten fertigen Entwurf schicken sie an die Lektoren in den Verlagen. Die Lektoren arbeiten mit den Autoren zusammen und prüfen die Vorlagen, die auch Manuskripte genannt werden. Beinahe 2 000 Manuskripte trudeln so im ganzen Jahr beim Verlag Beltz & Gelberg ein. So viele Bücher können natürlich gar nicht alle gedruckt werden. Deshalb müssen die Lektoren aussuchen, welches Manuskript gut ist und veröffentlicht werden kann - und welches nicht.

Der Entwurf unseres Autors gefällt dem Lektor. Außerdem kennt er den Autor schon länger, weil der nämlich schon einige bekannte Kinderbücher geschrieben hat. Deshalb kann er sich darauf verlassen, dass der Autor gute Bücher schreibt. Bevor der Autor aber loslegen kann, muss der Lektor erst noch zum Verleger gehen und ihn davon überzeugen, dass das Manuskript wirklich etwas Besonderes ist. Der Verleger will sicher sein, dass sich das Buch gut verkaufen wird, und rechnet, ob der Verlag es sich überhaupt leisten kann, das Manuskript zu drucken. Dazu muss der Lektor zum Beispiel angeben, wie viele Seiten das Buch haben könnte, wie teuer die Illustrationen sein werden und wie viele Exemplare man vermutlich verkaufen kann. Außerdem müssen Buch und Autor natürlich auch zum Verlag passen. Bei unserem Autor ist der Verleger sofort einverstanden - und der Autor beginnt zu schreiben.

Der Autor schreibt das Manuskript

Während der Autor zu Hause sitzt und an seiner Geschichte tüftelt, nimmt er immer Kontakt mit dem Lektor auf und schickt ihm die schon fertigen Kapitel. Der liest sie dann und guckt, ob alles in Ordnung ist. Manchmal machen Autoren nämlich auch Fehler. Also nicht nur Tipp- oder Rechtschreibfehler, sondern auch inhaltliche Fehler. Sie wechseln in der Erzählzeit oder der Erzählperspektive oder vertun sich mit Tageszeiten. So kann es sein, dass ein Autor schreibt, dass die Kinder sich abends am Strand treffen; wenn sie dann nach dem Treffen nach Hause gehen, sollen sie aber zu Mittag essen. Das kann natürlich nicht sein. Solche Fehler fallen dann dem Lektor auf und der Autor muss den Text noch einmal überarbeiten.

Der Illustrator malt die Bilder

Grade bei Kinderbüchern ist es oft so, dass viele nette Bilder darin vorkommen. Bei richtigen Bilderbüchern für kleine Kinder sind es natürlich mehrere Bilder, die oft auch farbig sind - bei Taschenbüchern sind meistens nur ein paar schwarz-weiße Zeichnungen zu finden. Die lässt der Verlag von einem Illustrator anfertigen.

Der Lektor kennt viele Illustratoren und sucht den aus, dessen Stil am besten zu dem Buch passen könnte. Ihm sagt er dann, wie viele Bilder ungefähr ins Buch kommen sollten. Der Illustrator liest das fertige Manuskript und sucht sich die schönsten Stellen aus, zu denen er Bilder zeichnen will.

Die technische Herstellung eines Buches

Wenn alles fertig ist, liegt das Manuskript mit den Bildern beim Lektor auf dem Schreibtisch. Er gibt es dann weiter an die Herstellungsabteilung. Die ist für die technische Umsetzung des Buches zuständig. Dort wird ausgewählt, welche Schriftgröße im Buch verwendet und welches Papier benutzt wird. Außerdem legt die Herstellungsabteilung fest, ob das Buch einen harten Einband bekommt oder als Taschenbuch gedruckt wird. Wenn diese Entscheidungen gefallen sind, geht der Text weiter an die Setzerei. Dort wird ein erster Ausdruck von dem Text gemacht; den nennt man "Umbruch" oder auch "Fahne".

Auch wenn der Lektor und der Autor schon viele Fehler entdeckt haben, sind in der Fahne trotzdem immer noch eine ganze Menge zu finden. Deshalb lesen Lektor, Autor, Herstellungsabteilung und Korrektoren (also Rechtschreibexperten) noch einmal alles durch. Dabei wird dann auch jeder kleinste Komma-Fehler entdeckt.

Sind alle Korrekturen vorgenommen, wird eine zweite Fahne gedruckt. Die wird dann zum dritten Mal gegengelesen, denn es könnten ja immer noch Fehler übersehen worden sein.

Von der Druckerei in die Buchhandlung

Jetzt wird von der Setzerei alles noch einmal ausgedruckt und die Blätter werden gefalzt - und sehen dann schon fast so aus wie ein Buch. Dann erst gehen die Satzdaten in die Druckerei.

Die Druckerei stellt für die erste Auflage etwa 5 000 Bücher her. Die fertigen Bücher werden in einem Lager zwischengelagert. Von dort können sie dann an die Buchhandlungen ausgeliefert werden. Aber woher wissen die Buchhandlungen, dass unser Autor ein neues Buch geschrieben hat?

Von der Druckerei in die Buchhandlung

Jeder Verlag erstellt eine Verlagsvorschau. Das ist ein Katalog, in dem alle Bücher vorgestellt werden, die neu auf den Markt gekommen sind. Diese Kataloge werden dann an die Buchhandlungen geschickt, damit die über die neuesten Bücher informiert sind. Aber das ist noch nicht alles: Die Verlage haben auch Vertreter. Zwei Mal im Jahr besuchen sie alle Buchhandlungen und stellen den Buchhändlern die neuen Bücher vor. Sie erzählen ihnen, wovon das Buch handelt und für welche Zielgruppe es sein könnte. So können die Buchhändler euch dann auch gut beraten, wenn ihr das nächste Mal unschlüssig in der Buchhandlung steht.

Aber nur, weil ein neues Buch in der Buchhandlung zu finden ist, heißt das ja noch nicht, dass ihr auch davon wisst und es kaufen wollt. Dafür hat der Verlag eine Marketingabteilung. Die macht Werbung für das Buch, die Presseabteilung schickt es an Journalisten, die dann in Zeitungen, im Fernsehen oder im Internet darüber berichten. Dadurch erfahrt ihr, dass es dieses Buch überhaupt gibt und könnt dann auch in der Buchhandlung gezielt danach fragen.

GEO Reise-Newsletter
GEOlino-Newsletter
GEO.de Newsletter
GEO Frage-des-Tages-Newsletter
GEO Fotografie-Newsletter