Hass (exyma 31.07.2007)

Ich tauche ein in diese wunderbare Welt. In diese wunderbare blaue Welt. Es ist kühl, aber ich friere nicht. Spüre nur ein unendliches Glücksgefühl.

Es trägt mich. Ich schwebe. Kann mich wieder allein fortbewegen. Leicht schaukeln mich die Wellen hin und her. Vorsichtig, ganz vorsichtig bewege ich meine Beine. Sie reagieren. Meine Beine gehören wieder zu mir.

So lange Zeit habe ich meine Beine nicht gespürt. Das erste Mal spüre ich sie, seit dem Lastwagen, auf dem KENTUCKY EXPRES gestanden hat. Der zu schnell gefahren ist. Der mich überrollt hat.

Ich kann mich nur noch an das betrunkene, von Krankheit entstellte Gesicht erinnern. An das des Lastwagenfahrers. Welches ich unbändig HASSE.

Die Kälte erfasst mich in einer heftigen Welle. Als hätte sie nur darauf gewartet, dass ich mich an das Gesicht erinnere.

Das ich hasse.

Ich spüre meine Beine nicht mehr. Panik übermannt mich.

NNEEIIINNN!!!

Ich will das nicht. Will nicht hassen. Aber ich muss. Der Hass zernagt mich, wie Mäuse den Käse. Aber ich will nicht hassen. Möchte mich nur freuen, über das neue Gefühl in meinen Beinen. Ich schliesse die Augen. Eine Welle schwabt mir über den Kopf.

Spüre die Kälte nicht mehr. Versuche zu verzeihen.

Versuche es.

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