Überfüllter Kopf (knuddlmoff 24.09.2007)

Ohne zu zögern, ließ ich mich ins eisige Wasser gleiten. Schloss die Augen, tauchte unter und stieß mich mit aller Kraft vom Rand ab. Sanft drückte die dumpfe Stille, die unter Wasser herrscht, auf meine Ohren. Um mich herum nur Dunkelheit. Lang, den Körper durchgestreckt, glitt ich dahin, vom Schwung des Abstoßes getragen, und genoss die Kühle, die mich nun völlig umfing. Für einen kurzen, heftigen Moment wünschte ich mir, ewig so weiter gleiten zu können; ohne Ziel, ohne mich bewegen zu müssen; ohne irgendeinen Gedanken.

Aber schon bald spürte ich, wie der Schwung kraftloser wurde. Das Wasser, eben noch mein anschmiegsamer Freund, bremste mich und trieb mich an die Oberfläche. Kurz bevor mein Körper zum Stillstand kam, gab ich mich geschlagen. Kraftvoll stießen meine Beine, teilten meine Arme das Wasser. Und ich schwamm, bis es in meinem Kopf ebenso klar geworden war, wie das Wasser um mich herum. Bis ich die ersehnte Müdigkeit in allen Gliedern spürte.

Erst beim Heraussteigen bemerkte ich, wie schnell mein Atem ging. Ich schwankte, torkelte ein paar Schritte, fasste mich wieder. Doch, es war notwendig gewesen, meinen Körper so zu überanstrengen. Es war der einzige Weg um den Zustand zu erreichen, in dem ich mich jetzt befand. Müde griff ich nach meinem Handtuch, wickelte mich umständlich darin ein und nahm dann auf der Wiese Platz.

So verharrte ich, bis die untergehende Sonne dem Himmel das Blau nahm. Die Beine angewinkelt, die Arme darauf verschränkt, den Kopf darin vergraben.

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