Balisto, der Schneekugelpudel (Bingooo´ 13.12.2008)

Der Schnee fällt und Balisto geht.

Weißes Fell, das bis zum Boden reicht. Große, schwarze Augen, wie Edelsteine. Sie sehen viel. Wenn Balisto durch die Welt tapst, entgeht ihm nichts.

Es wird dunkler und glitzernde Schneeflocken haben sich bereits in seinem Fell verhangen. Spuren in der weißen Decke, Hundespuren, angestrahlt von vielen kleinen Lichtern, sie sehen wie Sterne aus, die die Menschen in die Bäume gehängt haben. Aber Balisto weiß, dass es keine Sterne sind. Man sieht es doch irgendwie.

Leuchtende Bäume, rote Plastikmänner, die in die Fenster hineinkrabbeln, Ruhe. Schnee klebt am Fell des Hundes, das den Boden berührt. Seine Schritte werden langsamer, um dicker die Schneeschicht, umso größer die Bällchen an seinem Fell.

Schlurfenden Schrittes erscheinen beleuchtete Häuserblocks zu seiner Linken. Ein Paar, dass sich die Arme um die Schultern gelegt hat. "Frohe Weihnachten!", flüstert er ihr zu. Vorbei an Häusern, aus denen Musik ertönt. Balisto erkennt die Melodie wieder. Gestern hat ein Kind das gleiche Lied auf der Flöte in der Stadt gespielt.

Balisto ist stolz auf sein Können. Mit erhobenem Kopf stellt er die Ohren auf. Schnee fällt und Balisto trottet weiter.

Mittlerweile hat sich so viel Schnee in seinem Haar verfangen, dass es aussieht, als wäre er voller weißer Kugeln, wie ein Schneekugelpudel.

Ein Kind, das gerade noch mit seiner Familie um eine Tanne herumgesessen hat, springt plötzlich auf und zeigt auf ihn.

Balisto lächelt. Er ist stolz und trottet weiter in einem Gang, bei dem er sich so sehr bemüht, anwürdig zu schreiten, dass seine Schnauze ganz feucht wird.

Balisto schaut in viele Häuser herein und überall stehen Tannen, an die die Menschen bunte Bälle gehängt haben. Manchmal sind die Leute ganz heiß darauf, Bäume zu behängen, das hat Balisto schon gemerkt.

Schnee fällt, der Geruch von Zimt und Äpfeln, stille Dunkelheit.

Die Schnauze erhoben, Schnauze und Augen die einzig schwarzen Stellen am weißen Schneekugelpudel, gemütlich, das Schneetreiben nimmt zu, kalte Flöckchen in seinen Augen, verschwommene Sicht, Verschwimmen der Farben, es gefällt Balisto.

Der einzige Pudel weit und breit. Bin was besonderes, denkt er. Trottend, die Kugeln immer schwerer werdend.

Da betritt er den Rasen am See. Der Schneekugelpudel legt sich neben die Ente, die ihn schon kennt. Sie erschrickt wegen der kalten Kugeln, doch er kuschelt sich einfach in ihre Federn. Und während der Schnee an seinem Fell schmilzt, schlafen Balisto und die Ente zusammen ein, wie jeden Abend. Auch an Weihnachten.

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